Review

Chucky und seine Braut Tiffany sind back und haben Nachwuchs bekommen.
Das Sprichwort stimmt eben: "It stays together, what SLAYS together!"

Die Story:
Chuckys und Tiffs leblose Puppenkörper werden, nachdem beide am Tatort eines mysteriösen, ungeklärten Mordfalles gefunden wurden, in Hollywood als Requisiten für einen Horrorfilm verwendet. Die Hauptrolle dieses Films bekleidet Jennifer Tilly, die sich hier mehr oder weniger selbst spielt... Gott, die Anknüpfung an den Vorgänger ist so plump, dass echt alles aus ist..., aber egal!
Am anderen Ende der Welt sieht eine kleine Puppe genannt "Shitface", in welcher Leben zu stecken scheint, jedenfalls eine Vorschau dieses Films über die Mattscheibe flimmern und erkennt in den beiden Puppen prompt seine verschollen geglaubten Eltern wieder.
"Shitface" nimmt Reißaus nach Hollywood und erweckt seine Eltern mit dem alten "Ade due Damballa"-Spruch wieder zu neuem Leben. Doch oh nein: seine Zeuger können das Morden nicht lassen...

Die Story ist also gewohnt seicht. Allerdings wird hier ein Dämlichkeitsgrad erreicht, der so ziemlich alle früheren "Chucky"-Teile in den Schatten stellt, und es tun sich Felsspalten-artige Logikkluften auf, dass man vor lauter Hand-gegen-die-Stirn-Schlagen fast schon Gefahr läuft, eine Gehirnerschütterung davon zu ziehen.

Ärgernis Numero Uno: "Shitface"! Dieser ist ein unansehnliches, weinerliches Balg, das wegen seiner "Geschlechtlosigkeit" fortan entweder "Glen" oder "Glenda" genannt wird (eine überaus unwitzige Anspielung auf den Ed Wood-Klassiker) und irgendwie so gar nicht nach seinen Eltern geraten ist.
Er mordet nicht, flucht nicht, heult nur rum und pisst sich ständig voll (wörtlich gemeint!).
Ich weiß auch nicht, aber ich für meinen Teil hätt' mir Chuckys Sprößling irgendwie ein bisschen "Gewalt bereiter" gewünscht...

Die beiden "Meat Puppets" wollen hier außerdem mal wieder unbedingt in menschliche Körper zurück. Eines ihrer Opfer ist Jennifer Tilly, die sich, wie oben erwähnt, selbst - eine abgetakelte Schauspielerin, deren Qualitäten sich ausschließlich auf ihren großen Brustumfang beschränken - spielt. Ihr Auftritt weiß dank zahlreicher selbstironischer Kommentare aber durchaus zu überzeugen.
Darüber hinaus lebt SEED OF CHUCKY, genau wie "Halloween: Resurrection" und "Anaconda", nach dem Motto "Every Movie is Better with a Gangster Rapper!", wo wir bei Redman (Opfer 2) angelangt wären.
DEN Star-Gastauftritt des Films liefert aber Strichschnurrbart-Träger John Waters, der hier in die Rolle eines Paparazzos schlüpft, der mit Säure übergossen wird.

Ahh, langsam aber sicher kommen wir zu der Frage, die allen Chucky-Fans unter den Nägeln brennen dürfte: "Stimmt hier der Gore und fließt ausreichend Blut???"
Die Antwort lautet: Ja! Der Gore ist gut! Und das obwohl der Streifen hierzulande ja eine FSK16-Freigabe bekommen hat.
Hier sprudelt das Blut wieder wie wild aus den offenen Kehlen, es wird wieder gestochen und geschlitzt, was das Zeug hält, und es gibt sogar eine äußerst detaillierte Kopf-ab-Szene zu bestaunen.
Besonders Redmans Abgang und Chucky Tod (?) im Showdown fallen ganz schön brutal aus, womit der Gore für FSK16 also richtig heavy geraten ist.

Der Gore ist aber ganz Chucky-like mit einer gehörigen Prise Schwarz-Humor und einer Vielzahl kecker Sprüche versetzt.
Im Vergleich hat unser kleiner Fiesling aber schon bissigere Zeiten erlebt. Chucky holt sich zwar in aller Öffentlichkeit einen runter und zeigt einem Britney Spears-Double den Mittelfinger, die Rolle des liebenden Familienvaters dämmt, auch wenn sie ihm nicht steht, seine Bösartigkeit aber ganz schön ein.

Dickes Plus aber noch an die umwerfend gut animierten Killerpuppen. Die kommen echt gut... Daneben werden aber auch ein paar total unterirdische CGI-Effekte geboten, doch die unterhalten auch auf ihre Weise...

Fazit also:
Toller Puppen-Slasher mit einem gewohnt coolem Chucky. Zwar etwas zahnloser als die Vorgänger und die Story, die Familien-Thematik und das nervige Balg sind echt über alle Maßen bescheuert, Chucky-Fans werden aber ihren Spaß dran haben.

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