Der Film könnte auch "2 schnell kombinierende Schatzsucher streiten sich um den größten Schatz der Welt", denn im großen und Ganzen wird dieses Thema kaum variiert und das veritable Drehbuch baut auch keine zweite Handlungsebene auf (was bei einem solchen Blockbuster-Kommerz-Produkt auch nicht von Vorteil gewesen wäre).
Es gibt natürlich einen guten Schatzjäger - Benjamin Franklin Gates (dargestellt von Nic Cage) - der klüger ist als der Kreuzritter erlaubt und einen Bösen (dargestellt von "Boromir" Sean Bean). Beide suchen nach dem legendären Schatz der Templer, wobei sich ein wesentlicher Hinweis darauf auf der Rückseite der Unabhängigkeitserklärung (!) befindet.
Natürlich gelingt es dem Guten sie in "Mission Impossible"-Style zu stehlen, bevor der Böse auf die gleiche Idee kommt.
Und natürlich ist die Unabhängigkeitserklärung am Tag einer Gala (!), als sie gewartet wird (!) nur gering bewacht (!).
Dies sind nur einige logische Untiefen des Reißbrettdrehbuchs. Natürlich gibt es auch noch eine entbehrliche Nebendarstellerin - die Chefin des Nationalarchives (dargestellt von Diane "Helena" Kruger), die natürlich in die ganze Sache verwickelt wird. Das ist wie schon gesagt nicht neu, hat aber unterhaltenden Charakter. Und so hat der Film neben Diane Kruger :-) auch sonst hohen Schauwert, was Sehenswürdigkeiten und Verfolgungsjagden angeht.
Es gibt viel zu sehen, aber wenig zu stauen (auch das hat mit Diane Kruger zu tun, denn es gibt keine einzige Nacktszene mit ihr :-)).
Mein Urteil über das "Vermächtnis der Tempelritter" würde besser ausfallen, wenn er mit dem Einstieg (der sehr an das Vater-Sohn-Verhältnis in "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" erinnert) nicht allzu sehr den Anspruch erheben würde, ein ebenbürtiger Indiana-Jones-Verschnitt sein zu wollen. Diese Ambitionen hat der Film trotz seiner Kurzweiligkeit nicht und erreicht auch nie dessen Klasse, auch wenn er sich sichtlich bemüht. Aber Krawall-Action (da Bruckheimer-Produktion) und eine dünne Story allein reichen nun mal nicht aus. Natürlich entspricht jede Figur einem Klischee: der Intelligente und Listige, der witzelnde Techniker (der die Stimmung des Films aufhellen soll), die Blonde, aber Kluge, usw..
Hier sei erwähnt, dass die deutsche Synchro von Diane Kruger äußerst schlecht gelungen ist. Keine Ahnung, ob sie selbst mal einen Ausflug ins Synchro-Metier machen wollte, jedenfalls ist es ihr nicht gelungen eine ordentliche deutsche Vertonung hinzukriegen. Im Vergleich zur mittlerweile etablierten Cage-Stimme wirkt das Ganze wie eine Beleidigung für die Ohren.
Herausgekommen ist nicht ganz ernst zu nehmendes, kindertaugliches Blockbuster- und Popcorn-Kino, nicht mehr aber auch nicht weniger. Ein ansehbarer Archäologie-Streifen, der nie die Klasse seines großen Vorbilds "Indiana Jones" erreicht.
"Das Vermächtnis der Tempelritter" ist mir angestaubte 7 von 10 Punkten wert, ein Schatz oder eine Perle des Kinos ist es ganz bestimmt nicht.