Review

+++Bruckheimer-typisches Action-Abenteuer+++
Und wieder einmal ein weiterer Action-Abenteuer-Schinken aus dem Hause Jerry Bruckheimer, der unter die Gürtellinie des guten Filmgeschmacks greift. Es ist doch immer wieder der gleiche Schmalz, den Bruckheimer uns da vorsetzt. Mit diesem Film gab ich ihm nach „Fluch der Karibik“ noch eine Chance, denn der war irgendwie besser.
Eine Hintergrundstory, wie sie sich nur ein amerikanischer Patriot ausdenken kann, der sich Filmproduzent schimpfen darf. Eine Schatzkarte befindet sich auf der Rückseite des Originaldokuments der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika. Na wenn das mal keine geile Idee für einen abendfüllenden Film ist, dann weiß ich auch nicht – kicher. Dann gibt es da natürlich den Hauptdarsteller, der mit Hilfe von ein paar anderen diesen Schatz finden will, an den er glaubt, seit ihm sein Großvater zu Kinderzeiten davon erzählt hat. Doch kurz nachdem sie auf den Hinweis mit der Unabhängigkeitserklärung kommen entzweit sich die Gruppe der Suchenden.
Jeder kann sich vorstellen, was als nächstes folgt. Eine Verfolgungsjagd nach der Schatzkarte und weiteren Hinweisen auf den Schatz. Das Ganze wird garniert mit ätzenden schnellen Schnitten, die wohl atemberaubend actionmäßig auf den Zuschauer wirken sollen. Der gesamte Handlungsverlauf ist allerdings so langweilig und uninteressant gestaltet, dass man sich nach spätestens anderthalb Stunden zu fragen beginnt, wann denn dieses Spektakel endlich zu ende ist. Der Grund dafür ist: Man sieht und erfährt Dinge, die es schon viel zu oft in Filmen gegeben hat. Da gibt es nichts Neues, es läuft alles nach demselben Prinzip ab, wie in allen mittelmäßigen bis schlechten Filmen, die es seit Jahrzehnten auf der Welt gibt.
Und wie sollte es denn auch anders sein, wird dieser sagenhafte Schatz natürlich gefunden, und natürlich von den Guten, denn die Bösen wandern ins Gefängnis – wer hätte das blos gedacht.
Eine Szene allerdings setzt dem ganzen Rotz die Krone auf. Und zwar die, in der die Holztreppen unter ihren Füßen zerbrechen und etwa eine Minute lang ein Chaos auf dem Screen abläuft. Cage und die Frau liegen auf einem hölzernen Fahrstuhl aus der Gründerzeit, dessen zwei Seile an den Ecken abreißen. Die Blonde Frau rutscht natürlich ab und Cage hält sie natürlich über dem Abgrund fest. Dann aber – oh Schreck – sieht er die zusammen gerollte U.E. Richtung Abgrund rollen. ER fragt SIE ob SIE IHM vertraut. SIE sagt ja. Sie weiß nicht, dass sie zwischen rettendem Holzgerüst und tödlichem Abgrund hin und her schwingt. Also lässt ER SIE genau zu dem Zeitpunkt los, bei dem sie über dem Holzgerüst schwebt (zu spät) und greift sich die Unabhängigkeitserklärung, um danach sauber und heldenhaft neben der Frau auf sicherem Boden zu landen. Und jetzt kommt’s: ER bedankt sich dafür bei ihr und SIE kann nichts anderes antworten als: „Macht nichts, ich hätte dasselbe für dich getan“ :-) Was habe ich mich bei diesem Klamauk bepisst vor Lachen.
Also, ein Filmproduzent, der solche Filme produziert ist in meinen Augen kein Filmproduzent. Bruckheimer sollte sich wirklich schämen, ehrlichen Kinobesuchern solch einen Schund („Pulp“) vorzusetzen, und das unter falschem Namen. Ein Film trägt den Namen „Schund Fiktion“ und gehört zu den besten der Welt. Aber dieses Allerweltsgewäsch, bei dem man keine Neuerungen und Überraschungen zu erwarten hat, hat heutzutage im Kino nichts mehr zu suchen – meiner Meinung nach. Für die Leute, ihn gut fanden: Bruckheimer ist kein grottenschlechter Mensch, aber er macht eben Filme, die für Kinogänger geeignet sind, welche nicht wissen wie gute Filme sein müssen. Diese geben sich halt damit zufrieden und das wars dann.
Das gibt nur 4 von 10 Punkten.

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