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Wer kennt sie nicht? Die großen Krachmacher-Horrorfilme von "Dark Castle Entertainment". Egal ob man da nun "Haunted Hill", "13 Geister" oder "Ghost Ship" nimmt, der Schrecken kommt mit ohrenbetäubendem Gezetter. Nicht jedermann steht diese Art von Horror zu, zumal es Storymäßig dafür meist alles sehr seicht war, was es da zu sehen gab. Doch Heimkino-Freaks konnten davon nicht genug bekommen. Seit "Ghotika" hat es allerdings auch "Dark Castle..." nicht mehr so sehr mit dem puren Krach-Horror und auch Sony Pictures drehte den Lautstärkepegel nach "Der Fluch von Darkness Falls" wieder auf Normallautstärke. Von lautstarkem Horrorgetöse war nicht mehr viel auszumachen. Doch vor kurzem hat es nun endlich mal wieder so ein lautstarkes Produkt in unsere Videotheken geschafft. Leider aber ist "Boo!" (was ein kreativer Name) nicht nur so lärmend wie "13 Geister" etc., sondern auch genauso dünn in Sachen Story, wenn nicht sogar noch dünner.

Denn in punkto Story gibt es wirklich kaum etwas auszumachen, was irgendwo nahrhaft ist. Ganz 08/15-mäßig geht es um eine Gruppe von Jugendlichen, die sich in einem verlassen Hospital daran machen, den angeblichen Fluch, der auf diesem Gemäuer lastet, zu ergründen. Vor allem im dritten Stock soll es nur so vor blutgierigen Geistern und Dämonen wimmeln. Also wird natürlich genau dort am meisten geforscht, aber auch am meisten gestorben. Das Blutbad kann beginnen... Und das beginnt auch, denn in Sachen Blut und Gekröse geizt "Boo!" wirklich nicht. Doch dem Zuschauer eine schlüssige Erklärung für das Treiben zu geben, damit hat man es nicht so sehr. Durchgehend bleibt das Handeln der Figuren hölzern und vollkommen unlogisch. Jede auch noch so große Dummheit wird begangen, damit man sich als Zuschauer auch ja über die Dämlichkeit der Protagonisten aufregen kann. Dazu dann natürlich noch ein paar hanebüchene Geister- und Dämonenerscheinungen und eine ganz billige Auflösung, die nun wirklich keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlockt. Kurzum, wer sich hier zu sehr auf die Story und die Handlung konzentriert, der wird sich schnell enerviert abwenden, von all dem Blödsinn, den es hier zu betrachten gibt.

Aber wir haben "Boo!" ja schließlich deshalb ausgeliehen, um uns endlich mal wieder richtig zu erschrecken und den Nachbarn, bei aufgedrehter Heimkino-Anlage, mitten in der Nacht, aus seinem Bett zu jagen. Und in dieser Hinsicht funktioniert "Boo!" dann doch erstaunlich gut. Die Schock-Effekte wurden mitunter sehr gut platziert und dürften für einige Erschrecker mehr als brauchbar sein. Durch die düstere Location und die passende Ausleuchtung kommt zudem hier und da eine recht knisternde Atmosphäre auf, die vor allem bei Anfängern für Gänsehaut gut sein kann. Dazu eine mehr als gute Arbeit aus der Soundabteilung, die ebenfalls immer wieder für Grauen sorgt, wenn es aus allen Ecken des Zimmers nur so kracht und scherbelt und der Nachbar an die Decke klopft. Wer sich richtig auf den Film einlässt, der kann sich jedenfalls auf 90 wohlige Minuten Schock an Schock einstellen.

Kritik dagegen muss allerdings noch an den Gore-Effekten geübt werden, denn diese stammen dieses mal (nahezu) durchgängig aus dem Computer und das wirklich spürbar. Ekelhafte Digitaleffekte vermiesen nicht nur Gore-Hounds die Stimmung. Obwohl sie mitunter sehr heftig ausgefallen sind, abfallende Gliedmassen, explodierende Körper etc. sind hier keine Seltenheit, so haben sie in ihrer schludrigen Umsetzung doch keine wirkliche Wirkung beim Zuschauer. Wäre hier wenigsten ein wenig mehr Sorgfalt angelegt worden, dann hätte man wenigstens noch von einem gutem B-Movie-Horrorschocker reden können, somit reicht es dazu nicht so ganz.

Darstellermäßig gibt es dafür nichts Wirkliches zu berichten. Allesamt legen sie die typischen Leistungen des Genres ab, die man schon aus so vielen, ähnlich gestrickten, Horrorfilmen gewöhnt ist. Sprich wirklich der Rede wert sind die Herrschaften alle nicht, aber für so einen Film kann man sich mit ihnen zufrieden geben.

Fazit: Durchaus atmosphärischer und schockiger Lärm-Horrorstreifen, für alle Fans von Filmen wie "Haunted Hill" etc., die mal wieder Lust haben, sich von einem Schock nach dem Anderen durchschütteln zu lassen, ohne es dabei mit einer sonderlichen Story zu tun zu bekommen. Lärm-Schocker-Kino in Reinform, dass zwar mit seinen schludrigen Gore-Effekten enttäuscht, aber in punkto Erschrecken recht gut funktioniert, vor allem was den schlafenden Nachbar angeht. Heimkinofetischisten mit Horror-Fimmel greifen also durchaus mal zu, alle anderen genießen "Boo!" aber lieber mit Vorsicht. Halt einfach ein lauter Horror-Happen für zwischendurch, mehr nicht!

Wertung: 5,5/10 Punkte

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