Eine Gruppe von Teens gruselt sich in einem leerstehenden Krankenhaus zu Tode.
Und es ist natürlich Halloween, ansonsten treffen sich amerikanische Jugendliche auch nur, um in Texas von Rednecks geschlachtet zu werden.
Oder sie suchen sich ein leerstehendes Gebäude, um anschließend nicht mehr heraus zu kommen, weil ein Dämon das mit Erfolg zu verhindern versucht.
Klappt bei „Scream and Run“ soweit ganz gut, bringt zwar keine neuen Ideen auf den Tisch, lässt Altbewährtes aber routiniert durchkauen.
Es ist also Halloween-Abend und die Jungs haben das seit Jahren leerstehende Santa Mira Hospital auserkoren, um ihre Girlies mal ein wenig zu erschrecken.
Für diesen Zweck wird auch einer vorgeschickt, der ein paar kleine Gruseleffekte vorbereiten soll. Zunächst verschwindet sein Hund, dann ward auch er nicht mehr gesehen.
Kurz darauf betreten vier Schulfreunde das Gebäude und der Gruselspaß kann beginnen.
Damit die Anzahl der möglichen Opfer ein wenig angehoben wird, sucht auch noch ein Typ nach seiner verschwundenen Schwester, die er letztlich sogar findet und ein Cop, der nebenher Trashfilme gedreht hat und in diesen den Helden markierte, ist auch im Gebäude, - wohl auch, um nach den Teens zu sehen, die er zuvor beim Einstieg beobachtet hat.
Von diesen ist eigentlich nur die blonde Jessie auffällig, denn ihr kommen immer wieder einige Visionen und am Ende deckt sie auch den Hintergrund des Spuks auf: Einst wollte ein irrer Patient aus dem Hospital flüchten, setzte die dritte Etage in Brand und haust seither als Geist in dem Gebäude, um es in menschlicher Gestalt verlassen zu können.
Deshalb mordet er auch, Getötete mutieren zu Dämonen und deswegen tauchen auch an jeder Ecke Geisterkinder auf, - die Story ist tatsächlich so kurzfristig erdacht, wie der Originaltitel „Boo“ anmutet.
Die Location macht sich aber gut, meistens Flackerlicht, verlassene Requisiten wie ein Rollstuhl oder ein Teddybär auf einem Kinderbett erzeugen eine brauchbare Düsteratmosphäre, die man bereits genossen hat, wenn man mal „Silent Hill“ durchgespielt hat. Die Gänge sind eng und schummrig, einige Ecken werden nur schemenhaft von der mitgeführten Taschenlampe erfasst, der Lift mit Eigenleben ist auch unheimlich und nebenher gibt es noch ein paar Geistererscheinungen, - die von kleinen Mädchen erzeugen bekanntlich das größte Unwohlsein beim Zuschauer.
So sitzen dann auch diese am ehesten, etwa, wenn sich die Gruppe um ein still dastehendes Geisterkind herumschleicht.
Die übrigen Schockeffekte sitzen nicht so richtig, es ist zwar dauerhaft Bewegung im Spiel, doch ein schwebendes Clownskostüm und ein nackter, toter Hund, der kurzfristig aufgrummelt, bevor er explodiert, bereiten nicht wirklich einen Adrenalinschub beim Betrachter.
Dafür erzeugen die gut komponierten Sounds ein wenig mehr Schauer, mal ein metallisches Pochen, dann ein unerträglich hohes Kratzen, wieder ein Zoom-In-Whooosh, oder ein Knarzen in weiter Ferne mit viel Hall.
Gut gewählt und sauber eingesetzt.
Weniger sauber eingesetzt sind die Figuren und ihre Darsteller, besonders die Typen sind, bis auf den schwarzen Cop, recht austauschbar und agieren blöde bis unbeholfen.
Von den Damen ist eine ´ne Bitch, die für eine kurze Pimperszene auf einer Metallliege sorgt (nur das Aus und Anziehen, nicht der Akt), die wieder gefundene Schwester fällt die meiste Zeit nicht auf und Jessie, die mit ihren Visionen und der Aufklärungsrolle am meisten Screentime hat, ist zumindest nicht allzu negativ zu kritisieren, vielleicht etwas ungelenk in Sachen Mimik, wie alle anderen eben auch, was ja beim Genre üblich ist.
Während die Story also hin und wieder etwas Grusel hervorruft, müsste ja eigentlich auch etwas Blut fließen. Kommt dann auch, ist aber selten überzeugend in Szene gesetzt, leider meistens per Computer.
Da ist der mutierte Nackthund eher als unfreiwilliger Schmunzler einzuordnen, während angeschossene Dämonen sogleich explodieren und sich in Brain and Blood auflösen. Das sieht dann bei genauerer Betrachtung etwas zu überladen und von den FX her nicht allzu sauber aus. Ansonsten werden noch Leute durchbohrt, beim Schlag mit der Faust gegen die Tür verdünnisieren sich die Finger und etwas durchsichtiger Schleim ist ebenfalls im Spiel, ein paar Würmer auch.
Der Streifen ist sicherlich nicht die erste Wahl für die bevorstehende Halloweenparty, aber für Freunde des Genres „Teens gehen … und höchstens zwei überleben“ ist das halbwegs brauchbarer Stoff.
Dafür kann die morbide Kulisse des leeren Krankenhauses in Sachen Atmosphäre punkten, dazu eine passende Sounduntermalung, hier und da ein paar nette Erschrecker, nur am Ende eine hanebüchene Auflösung mit etwas zuviel Visionswelt.
„Scream and Run“ bringt insgesamt nicht viele Überraschungen und ist so austauschbar wie sein Titel, liefert aber genügend Tempo, um durchweg unterhalten zu können und wenn man bedenkt, wie viele Teens in Filmen, die an Halloween spielen Hops gehen, dürfte es in den Staaten ja bald keine mehr geben.
Ich weiß nicht, ob mir das Angst machen soll…
6 von 10