Wie lange ist es eigentlich schon her, dass ein richtig guter Spukhaus-Grusel auf den Markt kam? Ich hatte natürlich keine hohen Erwartungen an "Scream and Run", aber ich habe mich kolossal über diesen Film geärgert.
Nicht, weil er schlecht war, denn das kann ich gerade noch so verzeihen bei so einer Direct-to-DVD-Geschichte. Nein, was mich noch mehr ärgert als Filme, die durch und durch schlecht sind, sind Filme, die gute Ansätze haben und diese hoffnungslos vertun und genau das macht dieser Film auch.
Die Story ist so belanglos wie dumm: Es ist Halloween und die Mädels sollen sich mal ein wenig erschrecken. Deswegen werden die üblichen Verdächtigen zusammengekarrt: Der Sportdepp, der naive Junge von nebenan, die Schlampe und die Halbwaise mit der tragischen Lebensgeschichte. Man verfrachtet sie in ein altes Krankenhaus, mitten in einem Wohnviertel, wie es scheint, in dem es angeblich spuken soll. Ein weiterer Kumpel, die unvermeidliche Plaudertasche und Stimmungsimplosion, hat derweil schon mal einige nette Gruseleffekte vorinstalliert und wird dabei von den Geistern "überrascht".
Nebenbei irren auch noch ein Typ durch das Haus, der eine weitere Gruppe Jugendliche sucht, die in dem Kasten verschütt gegangen ist, ein schwarzer Cop mit Trashfilm-Vergangenheit ist auch mit von der Partie und schließlich die letzte Überlebende der vorherigen Gruppe Teens, die - man ahnt es schon - ebenfalls von den Geistern aufgerieben worden ist.
Die Frage, die sich wie immer stellt: Wer schafft es, das Haus zu verlassen?
Tja, der Film ist eine traurige Sache. Er bietet super-tolle Kulissen, denn das verfallene Krankenhaus sieht wirklich erste Sahne aus, auch, wenn ich es vielleicht noch ein wenig rostiger und dreckiger hätte aussehen lassen. Die Fans der Silent-Hill-Spiele werden sich an das Brookhaven Hospital aus dem ersten Teil erinnert fühlen. Mir gefiel es, optisch war das sehr ansprechend.
Dummerweise wurde hier viel duch die ungeschickte Beleuchtung kaputt gemacht. Teilweise war es in dem "bösen dunklen Spukkrankenhaus" so hell wie in einer Ruckeldisse. Muss das sein? Wie sollen da die tollen Kulissen ihre Stimmung entfalten, hm?
Was auch noch lobenswert war, waren die Effekte. Diese schwankten zwischen "Klasse" und "total für'n Arsch". Ich weiß nicht, was da los war, da hätte man wesentlich mehr rausholen können.
Weitere Kritikpunkte, die mir den Spaß gehörig vermasselt haben, waren vor allem die Darsteller. Ihre Figuren werden nicht ausgearbeitet, nicht liebevoll gezeichnet, sie sind einfa als Schlachtvieh ins Haus getrieben. Das ist auch gut so, denn die Schauspieler sind durch die Bank weg allesamt so übel schlecht, dass sie in keiner Weise auch nur einen kleinen Augenblick lang glaubwürdig wirken.
Dann die Story, die zwar stereotyp sondersgleichen ist, aus der man aber doch wesentlich mehr hätte rausholen können als das hanebüchene, total idiotische Ende.
Alles in allem hätte dieser Film vielleicht sogar die Chance gehabt, eine bessere Silent Hill-Verfilmung zu werden als die von Christophe Gans, doch er stirbt schon an der Startlinie an Herzversagen.
2 Sonderpunkte für die tollen Kulissen + 1 Sonderpunkt für den toten Hund = 3 Punkte insgesamt.