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Während der Dreharbeiten zu ihrem neuesten Abenteuerfilm schmeisst ihr männlicher Hauptdarsteller das Handtuch, weswegen die Regisseurin Luce Habit sich nun dringend nach einem geeigneten Ersatz umsehen muss. In dem jungen Taugenichts Ray Fay (aua!) glaubt Luce den idealen Kandidaten ausgemacht zu haben und so steckt sie ihn prompt innen Sack und verfrachtet ihn auf ihren Kutter, mit dem man in Richtung der afrikanischen Insel Lazanga where they do the Konga schippert, wo der Rest des Streifens runtergekurbelt werden soll. Kurz nach ihrer Ankunft entführt ein Eingeborenen-Stamm Ray, um ihn während einer Zeremonie als Opfer für einen gewaltigen, weiblichen Menschenaffen darzubringen... doch statt ihn zu fressen, verschleppt "Queen Kong" Ray in den Dschungel und macht ihm schöne Augen. Luce und die übrigen Mädels ihrer Crew starten augenblicklich eine Rettungs-Mission, um ihren Star aus den pelzigen Pranken der Bestie zu befreien... Ein paar Jahre, bevor er mit seinem "Die Mumie des Pharao" eine kleine Fußnote zur Splatterfilm-Historie gesetzt hat, die zumindest harte Fans heutzutage noch auf dem Schirm haben könnten, war Frank Agrama flott bei der Sache, als es darum ging, das 1976er-Remake von "King Kong" im wahrsten Wortsinn "nachzuäffen"... allerdings nicht als ernst durchgezogenes Genre-Stück, sondern stattdessen als beabsichtigte Trash-Komödie mit feministischem Anstrich, uiuiui! Damals hat man noch das Glück gehabt, dass Dino De Laurentiis gar gerichtlich gegen diesen Stuss vorgegangen ist und auf die Art dafür gesorgt hat, dass er zumindest in England und den USA kaum je ein Kino von innen sieht, aber dummerweise wurde er dann 2005 im Zug des zweiten Remakes von Peter Jackson doch noch irgendwo ausgebuddelt und schnell auf DVD verramscht. Wer bislang der Meinung gewesen ist, dass solche Abklatsch-Affenfilmchen wie "A.P.E." oder "Der Koloss von Konga" wohl ganz schön kacke wären (okay, sind'se auch!), wird von "Queen Kong" nochmal eines Schlimmeren belehrt, denn die Chose ist so bescheuert, dass sie einem glatt die Furchen aus dem Hirn bügelt und anschließend nochmal feucht durchwischt. Mit viel, viel gutem Willen kann man dem Ganzen noch zugestehen, so etwas wie eine Parodie mit vertauschten Geschlechter-Rollen auf den originalen "King Kong und die weiße Frau" von 1933 zu sein... nur statt der weißen Frau mit 'nem langhaarigen Bombenleger, irgendwelchen Bikini-Uschis anstelle von "echten" Eingeborenen und mal bestimmt nicht mit den auch heute immer noch beeindruckenden Stop-Motion-Effekten von Willis O'Brien, sondern lediglich einem mottenzerfressenen Tittengorilla-Kostüm, das mal so richtig scheisse aussieht. Dagegen ist ja selbst der John Landis-Erstling "Schlock - Das Bananenmonster" direkt ganz, ganz großes Kino, zumal die Hirni-Gags und die extremst hohlen Sprüche der deutschen Synchro mal echt 'nen schlagenden Beweis dafür liefern, dass Humor auch weh tun kann. Da hilft es dann auch nicht weiter, dass Agrama zumindest eine dezente Verbeugung vor der Klassiker-Vorlage andeutet, indem er ziemlich sklavisch an der Handlung des '33er-Streifens klebt...

2/10

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