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Ein wurmartiger Parasit namens Elmer sucht einen jungen Mann heim und macht ihn mittels einer ins Hirn injizierten Flüssigkeit abhängig, um mit dessen Hilfe an frische, menschliche Gehirne zu gelangen, die er mit Vorliebe verspeist.

Mit "Basket Case" hat Frank Henenlotter einen kleinen, dreckigen Trashklassiker geschaffen und auch bei dem sechs Jahre später entstandenen "Elmer" zeigt sich dessen Vorliebe für abgedrehten Filmstoff.
Die Geschichte fängt noch recht normal an mit einem jungen Mann namens Brian, der eines Tages aufwacht und sich gar nicht gut fühlt. Doch als er dann den Grund für sein Unbehagen erfährt, geht es schnell in abgefahrene Storygefilde, denn bei Brian hat es sich ein wurmartiger Parasit, der auf den Namen Elmer hört und aussieht wie eine Mischung aus dem Weihnachtskot Mr. Hankey und einem übergroßen Penis, gemütlich gemacht und sorgt mit einer Flüssigkeit, die er über einen Stachel in seinem zahnvollen Maul direkt in das Gehirn des Mannes spritzt, für Halluzinationen und Abhängigkeit bei diesem und gemeinsam geht man auf Tour, damit Elmer seinen Hunger auf menschliches Gehirn stillen kann. Hinzu kommen Brians Freunde, die sich natürlich Sorgen machen um den sich stark verändernden Abhängigen und das alte Vorbesitzerehepaar Elmers, die ihren Liebling wiederhaben wollen. Die Nebendarsteller liefern ordentliche Leistungen ab, wobei manch einer rollenbedingt zu Overacting neigt und Rick Herbst, der den Brian mimt, zeigt bei seiner zunehmenden Wandlung zum süchtigen Junkie Talent bei der Darbietung verschiedenster Emotionen.
Stellenweise ist das Geschehen etwas eintönig (z.B. wenn man mit Brian auf ausgewalzte Halluzinationstour geht), aber dafür wird man mit einigen sehr amüsanten Szenen entschädigt, wobei das Entzugsduell zwischen dem nach der Flüssigkeit suchtigen Brian und dem gehirngierigen Elmer, die sich zusammen einschließen, um zu sehen, wer zuerst aufgibt, besonders unterhaltsam ist, denn wo hat man schon einen singenden Parasiten und einen sich halluzinierend das Gehirn aus dem Ohr zupfenden Menschen gesehen? Und der Kurzauftritt von Dwight mit seinem Bastkörbchen ist ebenfalls ein großer Aufheiterer.
Die blutigen Effekte sind gut über die Gesamtlaufzeit verteilt und können sich trotz der einfachen Machart sehen lassen. So geht es etwas derber zur Sache, wenn Elmer sich auf seine Essenslieferanten stürzt, wobei er meist den Weg über die Stirn sucht, aber auch mal über den Mund, wie in einer besonders eklig ulkigen Blow Job Szene.
Auch die Umsetzung Elmers ist einfach ausgefallen, doch die Mischung aus Stop Motion und Puppeneffekten ist nett anzusehen und man schließt den kleinen Unhold zügig in sein Herz.
Zudem sind schön anzuhören die Melodien, die mich stellenweise an die aus "Nightmare - Mörderische Träume" und "Braindead" erinnern und das Geschehen stimmig unterstützen ohne sich zu sehr aufzudrängen.

Insgesamt ist "Elmer" eine ideenreiche Mischung aus Komödie, Splatter und Drama mit Raum für Interpretationen und trotz ein paar Längen sehenswert, sofern man Ungewöhnlichem gegenüber aufgeschlossen ist.

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