kurz angerissen*
Männer und ihre dunklen Geheimnisse. Kaum einer kennt sich damit besser aus als Frank Henenlotter, der selbst als Freak verschrien ist, weil er sich kaum mit etwas anderem als Freaks beschäftigt. New York ist von seinen tragischen Gestalten derart überlaufen, dass sie sich in der U-Bahn sogar gegenübersitzen; der eine mit Korb auf dem Schoß, der andere mit Schalk im Nacken. Dabei ist "Brain Damage" als Nachfolgewerk des bekannteren "Basket Case" vermutlich Henenlotters schrägste Arbeit; diejenige mit der höchsten visuellen Kreativität, aber zugleich auch die mit den nachdenklichsten Zwischentönen. An diesem Film reizt in besonderem Maße, wie billige Special-Effects-Basteleien aus der Heimwerkstatt tief in psychologische Abgründe führen, wie sich Trash und Kunstanspruch zum Ultra-Trash steigern.
Dazu der immerzu debile Gesichtsausdruck von Hauptdarsteller Rick Hearst, generell ein Markenzeichen der Schauspieler unter Henenlotter, die immer schon mit der Tragikomik des klassischen Narren haderten. Die Kappe, die ihnen der Regisseur aufsetzt, ist stets auf Neue von besonders hässlicher Anmutung, doch mit Titelmonster Elmer hat er sich übertroffen: Ein "Mr. Hankey" aus der realen Welt, mit einem Maul wie ein PEZ-Spender, gefüllt mit kleinen Zähnchen, Infusionsnadeln und Kuriositäten wie kleinen Zuckerstangen; selbst unter Typen, die ihre deformierten Zwillingsbrüder in Körben spazieren tragen, ist das ein grotesker Anblick.
Natürlich ist "Brain Damage" unmissverständlich ein Bildnis für Drogenkonsum, dessen Auswirkungen direkt an der Quelle einem Realitätscheck unterzogen werden, mit einem wiederholt aufgegriffenen Brain Shot, dem Close Up auf eine rosa zuckende Masse, von blauem Saft stimuliert und elektrischen Impulsen in Zuckungen versetzt, die ebenso widerlich anzusehen sind wie die Kopplung zwischen Elmer und seinem Wirt von außen. Die Abhängigkeit spiegelt sich in den verlebten Zombiegesichtern eines älteren Ehepaars, das vor dem Protagonisten der Geschichte mit dem hässlichen Klumpen eine Symbiose einging und warnend vorausschickt: Dies ist Junksploitation in Reinkultur, mit der Nase direkt im Straßendreck. Henenlotter hat es mal wieder geschafft. What a freak.
(7.5/10)
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