Review

Australien und Neuseeland versuchten lange, uns davor zu warnen, aber wir wollten nicht hören: die Bedrohung durch Meister Lampe, der mit seinen Artgenossen die Erde von unten her rauszuholen und uns alle ins Verderben zu stürzen droht ist eine nicht unerhebliche, die durch Propagandawerke wie "Unten am Fluss" und die unsäglichen Bugs Bundy-Cartoons weltweit verharmlost wurde. Ein Glück, dass es noch aufrechte Aufklärer wie Russell Braddon gab, dessen Science Fiction-Roman "Year of the angry Rabbit" nur rudimentär was mit seiner "Verfilmung" "Night of the Lepus" (hierzulande sehr offensichtlich als "Rabbit" vermarktet) zu tun hat, aber noch vor " Die Ritter der Kokosnuss" das Genre des Hasenhorrors begründet hat.

Wie manch anderer bin ich durch die Schundpamphlete des Trivialkunstpropagandisten Christian Keßler auf den Film aufmerksam geworden und bekam schon bei Betrachtung des grandiosen deutschen Filmplakates Lächkrampfe. Bei allem Humor, der diesem Filme inne wohnen mag, die Aussicht, dass langzähnige Riesennager einen anspringen, um einen bei vollem Bewusstsein ein paar Gliedmaßen abzumümmeln oder gleich das Leben aus einem herauszuknabbern, ist keine sehr er bauliche. Demnach betrachte ich diesen Film trotz aller Aobernheiten zumindest mit halben Ernst, wie sie mir zuvor bereits "Tarantula" und "Foolrmicula!" abrangen. Oder anders: Die DVD war damals eine sehr glückliche Investition.

Hätte der Lieblingsgaul von Farmer Hill an seine doofen Klüsen besser aufgehalten, wäre dessen US-Heimat einiges erspart geblieben. Da der Drecksklepper sich aber beim Tritt in einen Hasenbau die Haxe zerdeppert hat (für Pferde bekanntermaßen ein Todesurteil) hat der sickige Rächer die Schnauze voll vom Hasen Cäsar und seiner feigen Verwandtschaft und wendet sich an die örtliche Uni, um des Problems Herr zu werden, OHNE das natürliche Gleichgewicht mit dem Arsch einzureißen.

Das Wissenschaftlerpaar Bennett kennt die vermeidliche Lösung und setzt auf Genmanipulation. Was auch gelingt, nur leider nicht so wie vorgesehen. Statt reihenweise an Geburtsfehlern zu sterben reift die neue Karnickelgeneration zu gigantösen Monstermümmlern heran, die in Ermangelung ebensolche Möhren hält Rednecks nagen. Was mit dem menschlichen Verständnis des natürlichen Gleichgewichtes nur bedingt vereinbar ist.

Wer auch immer dieser Herr Claxton auf dem Regiestuhl ist, er greift voll in die B-Movie-Trickkiste und macht damit sogar Jack Arnold stolz und Ed Wood neidisch: kostümierte Komparsen als Mordermümmel von hinten, Nahaufnahmen der Hasen von vorne und liebevolle Miniaturkulissen mit grandiosen Hoppel-Slowmotions bestimmen den Film. Und meine Fresse, sieht das großartig, gerade zu majestätisch aus, wenn man mal die Albernheit des Szenarios ausblenden. 

Dass sich mit Stuart Whitmann und Janet Leigh dann auch zwei Stars des US-Kinos nicht zu schade für diese rodente Schandtat sind setzt dem Film dann noch die Krone auf: die beiden wirken als Forscherpaar mit junger Tochter zwar nicht unbedingt taufrisch, aber ich nehme ihnen durchaus ab, dass sie ihre Mission, so irre die auch ist, erst nehmen und Um einander bangen. Und Janet Leigh darf in einem Proto - Ripley-Moment einem waschlappigen Ersatzbanksherrif aus der Patsche helfen: schön!

"Night of the Lepus" hat sich mittlerweile seinen festen Platz in meiner Sammlung erspielt und ist somit der einzige Tierhorrorfilm in meinem Filmregal. Die Chance, dass sich irgendwann ein Genrekollege dazu gesellt geht zwar nicht komplett gen Null, aber mein Herz wird noch lange den blubtrulünstigen Langohren gehören. Has-ta la Vista, Baby! 

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