Review

Das man von diesem Film keinen grossen Wurf erwarten kann, war eigentlich schon zu erwarten. Aber ein unterhaltsames kleines Werk ist es schon geworden. Zwar sind vereinzelte Schwächen vorhanden, aber zum grössten Teil fühlt man sich gut unterhalten. Die kurze Inhaltsangabe der Fernsehzeitung liess vermuten, dass es sich storymässig um einen Rachefeldzug der Nachbarn handelt, weil die Kranks mit einer Karibikkreuzfahrt den Weihnachtstrubel hinter sich lassen wollen. In der ersten knappen Stunde sah es auch ganz und gar danach aus, dass diese Fahrrinne den kompletten Film über anhält. Aber leider weit gefehlt. Was damit anfing, dass sich die Nachbarn anfangs mit bissigen Kommentaren Luft über den Unmut machen, dass die Kranks sich den weihnachtlichen Dekorationen und Vorbereitungen auf das Fest mit nachbarschaftlichem Zusammenhalt entziehen schwenkt urplötzlich um. Die Tochter ruft aus Südamerika an und sagt sie kommt kurzfristig zum Fest und erwartet die alt gewohnten Traditionen, die bis dato von den Eltern und der Nachbarschaft fabriziert wurden. Da aber sämtliche Aktionen und Spenden seitens der Eltern boykotiert und erfolgreich abgewimmelt wurden stecken sie nun natürlich in der Klemme. Was ich mir gewünscht hätte wäre ein Dranbleiben an der ursprünglichen Idee, dass die Boykotierung fortgesetzt wird. Falsch gedacht. Anstatt sich daran zu halten die Attacken der Nachbarn weiter zuzuspitzen und es evtl. darauf hinauslaufen zu lassen, dass trotz Quängeln der Gemeinde die Reise angetreten wird kippt die Story und es beginnt der langweilige Teil des Films. Denn nun wird eifrig und hektisch daran gearbeitet der geliebten Tochter und vermissten Gemeindemitgliederin ein Fest zu bieten, wie sie es gewohnt ist. Bis zu diesem Zeitpunkt (also in dem es losgeht doch die Weihnachtsprozedur durchzuziehen) war es richtig lustig mitanzusehen, was sich Nachbarn und die Kranks einfallen lassen, um sich gegenseitig das Leben schwer zu machen. Da wird seitens der Kranks die Einfahrt gewässert und vereist, damit die ungeliebten Störenfriede das Grundstück nicht betreten, die Nachbarn stehen vereint vor der Tür und verlangen nach "Frosty" dem Papp-Schneemann um ihn wenigstens aufstellen zu können, während sich die Kranks sich in Kriegsmanier im Haus zu verstecken um der Belagerung zu entgehen. Das sind alles super lustige Ideen, die man hätte noch viel extremer werden lassen können. Als Anführer Dan Akkroyd zu besetzen ist eine gute Sache gewesen, aber man hätte jemandem wie ihm, mit diesem Kaliber und einem anderen Drehbuch zu einer ausgereiften Rolle verhelfen können. Man kauft ihm jede Sekunde den eingeschnappten Nachbarn ab, der alles dran setzten wird um seinen Willen durchzusetzen. Einige äusserst ausgelutschte und ganz und gar nicht lustige Szenen machen den Film schon fast peinlich. Da wird die Katze, die kurz vorher mit Wasser besprüht wurde als komplett vereistes Tierchen eingeblendet und die Augen rollen sich kurz verbunden mit einem kläglichen Miauen. Jamie Lee Curtis, die einem wegrollenden Schinken hinterherjagt und alles wie erwartet damit endet, dass das gute Stück unter einen Truck gerät. Alles in allem sind fast alle Handlungen voraussehbar und das macht die Story etwas lahm. Nunja. Aber das es nachher sogar darauf hinausläuft, dass sich Jamie Lee Curtis sogar dafür bedankt, dass die Nachbarn ihr so gut geholfen haben, obwohl sie Zitat: "so schlechte Nachbarn waren und einfach die anderen im Stich lassen wollten und statt dessen in die Karibik zu fahren"waren lässt an dem gesunden Menschenverstand eines jeden zweifeln. Das man ein Drehbuch darauf hinauslaufen lässt, die Kranks als die "Bösen" darstehen zu lassen, weil sie in Urlaub fahren wollten ist heftig. Wenn man in Urlaub fahren will ist das einfach so und da haben keine anderen reinzureden oder zu sagen: "wie könnt ihr nur". Das ist jedem selbst überlassen. Was ich aber richtig gut finde, ist das Tim Allen sich aber nicht wie Jamie Lee Curtis bei den Nachbarn für alles bedankt und alle um Verzeihung bittet, sondern seinem Missmut schon Luft macht und ihnen damti zeigt, dass er es trotz der Hilfe nicht gutheisst, wie sich alle verhalten haben.
Fazit: lustiges Filmchen für zwischendurch...

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