Nach den ganzen Remakes mehr oder weniger gelungener Horrorfilme hat es nun auch den "Boogeyman" erwischt. Allerdings ist das Original von 1980 wohl einer der schlechtesten und langweiligsten Horrorfilme aller Zeiten. Die Vorzeichen stehen somit nicht unbedingt günstig, aber man sollte jedem Film eine faire Chance geben.
Als Kind hatte Tim Jensen (Barry Watson) eine wirklich grauenhafte Begegnung mit dem "Boogeyman", der in dieser für ihn unvergesslichen Nacht seinen Dad holte. Seitdem wird er von fürchterlichen Visionen und Panikattacken geplagt, vor allem nachts ist er des öfteren völlig traumatisiert und auch Wandschränke und dunkle Räume lassen ihn jedes Mal aufs Neue vor Angst erstarren.
Als eines Tages seine Mutter stirbt, die noch in dem Haus lebte in dem alles passierte, kann er den Rat seiner Therapeutin befolgen und an den Ort des Schreckens zurückkehren um sich seiner Angst zu stellen. Doch schon allein der Anblick des Hauses lässt ihn erschauern. Noch er ahnt jedoch nicht, dass der wahre Horror erst in der Nacht beginnt....
Von Anfang an wird eine recht düstere und unheimliche Grundstimmung verbreitet, die auch bis zum Ende hin aufrecht erhalten werden kann. Gut, die Story ist nicht wirklich der Weißheit letzter Schuss, aber das ist man ja von Horrorfilmen durchaus gewohnt. "Boogeyman" kann vor allem in der zweiten Hälfte punkten, die wirklich sehr spannend gemacht ist. Auch wenn der Film recht blutleer ausfällt, heißt das nicht das der Film schlecht sein muss. Spannung kann man auch mit anderen Mitteln, hier zum Beispiel mit Zwischeneinblendungen von Visionen oder unheimlichen Kameraeinstellungen, wirksam erzeugen.
Schauspielerisch gehen die Leistungen in Ordnung, die Nebenrollen sind ordentlich besetzt und fallen nicht negativ auf. Hauptdarsteller Barry Watson spielt seine Rolle als vom schwarzen Mann extrem geplagter Mann ganz gut, allerdings ist seine Mimikfähigkeit recht begrenzt, wodurch er etwas an Glaubwürdigkeit verliert.
Effektmäßig ist der "Boogeyman" ganz nett gelungen, die CGI-Leute haben sich dabei wohl etwas zuviel "Die Mumie" geschaut, denn die Kreatur erinnert sehr stark daran. Zu sehen ist er jedoch nur am Ende, wo er das Haus heimsucht und Chaos stiftet. Das Ganze ist trendgemäßig schnell geschnitten, womit das Tempo am Ende wirklich ansteigt, ganz im Gegensatz zum doch recht ruhigen Anfang. Auch das Design vom "Horrorhaus" ist sehr gut gelungen und erzeugt von Anfang an eine sehr morbide und düstere Stimmung aus, welche sich auf den Zuschauer überträgt.
Im Gegensatz zum Original von 1980, das wirklich schauerhaft schlecht ist, ist das Remake sehr unterhaltsam und weitaus besser geworden. Sicherlich gibt es im Genre gelungenere Filme, aber für einen geplegten Gruselabend taugt "Boogeyman" auf jeden Fall, zumal die Remakes alter "Klassiker" selten wirklich anschaubar sind.
7 von 10 Punkten.