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Sam Ramis Produktionsstudio "Ghost House Pictures" könnte man in etwa mit der Grusel-Schocker-Firma "Dark Castle Entertainment" vergleichen. Bei beiden Studios stehen Grusel- und Schockeffekte weiter über den Storys. So bauten sich Filme wie "House on Haunted Hill", "13 Ghosts" oder auch "House of Wax" hauptsächlich an ihren Erschrecker-Momenten auf, die aber durchaus so exzellent in Szene gesetzt waren, dass man sich dennoch wunderbar fürchten konnte und die dünne Geschichte dadurch vergaß. Auch "The Grudge" von Raimis Studio war so aufgebaut und konnte aus der dünnen Storyvorlage, die schon beim japanischen Original der schwächelnde Punkt war, dennoch einen atmosphärischen Schocker der oberen Liga machen. Doch beim zweiten Gruselschocker des Studios "Boogeyman" regiert nun doch eher die Langeweile als der Schock. Denn bei "Boogeyman" stimmt dieses mal leider nicht nur die Story nicht.

Zur Geschichte bräuchte ich, nach meiner gerade gegebenen Einführung, ja eigentlich nicht mehr allzu viel schreiben, denn natürlich ist auch "Boogeyman" storymäßig sehr dünn bewandert. Ganz grob reichen eigentlich nur wenige Sätz aus. Ein junger Mann hat seit Kindesalter an Angst vor dem "schwarzen Mann", dem sogenannten "Boogeyman". Als seine Mutter stirbt entscheidet er sich allerdings, doch nochmal eine Nacht in dem Haus zu verbringen, in dem er seine Kindheit verlebt hat. Dort soll er allerdings merken, dass der "Boogeyman" doch noch recht aktiv ist... Wer jetzt denkt, man würde es bei "Boogeyman" mit einem Slasher zu tun bekommen, der irrt. Denn der Film konzentriert sich hier eher auf die Urängste der Kinder, vor den bösen Geistern die im Schrank oder unterm Bett lauern. Leider aber wird der Geschichte keinerlei Tiefe oder Innovation verliehen, eher im Gegenteil. Mehr als den Grundriss des schwarzen gruseligen Mannes wird man hier nicht finden, dafür fehlt es dem Drehbuch einfach zu sehr an spannenden Ideen, sympathischen Figuren oder wenigstens einem wirklichen Bösewicht, denn all das findet man hier nicht. Hier wird einfach nur auf Schockeffekte gesetzt, nicht mehr.

Wenn diese Effekte nun wenigstens wirksam eingesetzt worden wären, dann hätte man sich ja wenigstens trotzdem noch ein gutes Gruselerlebnis gönnen können, doch dem ist leider nicht so. Im Gegensatz zu z. Bsp. "The Grudge" oder sämtlichen "Dark Castle"-Produktionen, sind die Schockeffekte hier vollkommen plump ausgefallen. Nicht nur das die (meist gleichen) Schocks einfach ne ganze Ecke zu oft eingesetzt werden und dadurch die Vorhersehbarkeit unglaublich hoch ist, sie sind auch einfach nicht effektiv genug ausgefallen, um wirklich Schauder über den Rücken zu jagen. Zwar ist die Soundkulisse wieder einmal recht ansprechend ausgefallen, doch die Wirkung eines "13 Ghosts" oder "Darkness Falls" erreicht sie in keinem Augenblick. Und durch die (dieses mal wirklich sehr harmlos ausgefallene) PG-13-Freigabe sind natürlich auch Blut und Gekröse nicht auszumachen. Zwar geht es auch ohne, wie dutzende Filme in der Vergangenheit bereits bewiesen haben, doch hier ist alles wirklich ne Spur zu seicht ausgefallen, als das es eingefleischte Horrorfans noch hinter dem Ofen hervorlocken könnte.

Ebenfalls recht trist sind auch die recht eintönigen Kulissen, sowie die schlaffen Spezialeffekte, denen man leider nur allzu deutlich ansieht, das sie aus dem Computer stammen. Die fahle Ausleuchtung der Sets mag dann zwar hier und da noch für etwas Atmosphäre sorgen, genauso wie der recht gelungene Score, doch so richtig helfen kann das Ganze leider dennoch nicht, zumal wirkliche Innovationen auch hier fehlen.

Als recht annehmbar stellen sich da noch die Darsteller heraus, die ihre Sache allesamt recht überzeugend machen. Hauptdarsteller Barry Watson nimmt man den Schisshasen durchaus ab und auch die beiden Ladys aus seiner Umgebung, Emily Deschanel und Tory Mussett, sowie die kleine Skye McCole Bartusiak, machen allesamt eine gute Figur. Wenigstens hier kann man zufrieden sein.

Fazit: Leider recht plump und langweilig ausgefallenes Schockerfilmchen, dem es dieses mal leider nicht nur an einer guten Geschichte mangelt, sondern auch an effektiven und wirkungsvollen Schockeffekten. Zwar gibt es hier wirklich Schockszenen zu Hauf, doch der Überfluss dieser Szenen macht das ganze Treiben viel zu schnell vorhersehbar und durch die Harmlosigkeit und schlechte Setzung dieser Effekte, macht sich zudem schnell auch eine deutlich spürbare Langweile breit, die bis zum Schluss nicht abbricht. Wer sich also mal wieder richtig erschrecken lassen will, der ist bei den "Dark Castle"-Produktionen doch wesentlich besser aufgehoben und wenn der Grusel absolut jugendfrei sein muss (zumindest wenn man nach der amerikanischen Filmfreigabestelle MPAA geht), dann kann es auch mal "Darkness Falls" oder "The Grudge" sein. "Boogeyman" ist jedenfalls höchstens für Genre-Einsteiger geeignet und das auch nur bedingt.

Wertung: 4/10 Punkte

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