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"Into the Sun" kann man als durchaus unterhaltsames B-Actionmovie bezeichnen - weniger hingegen als gelungenes Seagalvehikel. Dessen Zeit ist längst abgelaufen. Auf der Habenseite kann der durchweg schick inszenierte Film zum einen seine abwechslunsgreichen, grellen Tokiokulissen, zum anderen eine ordentliche Anzahl von Actonszenen verbuchen. Wobei letztere aber auch gleich wieder Anlass zur Kritik bieten: Abgesehen vom schwert-intensiven und konsequent blutigen Showdown fallen sie generell zu kurz aus, Seagal kommt, wie so oft in letzter Zeit, nur minimal zum Einsatz und auch in Sachen Choreographie wirken die Auseinandersetzungen mitunter schwach. Dies gilt im Besonderen für den an den Haaren herbeigezogenen Dschungelauftakt, bei dem zu allem Überfluss auch die Schusswechsel ziemlich lieblos und unspektakulär erscheinen.

Der ausladende Mittelteil des Filmes bietet dann neben kurzen Schlägerreien vor allem einzelne Mordaktionen entweder durch Bleiinjektion oder durch die Klinge der Yakuzas. Wirklich spannend ist die Story um rivalisierende Gangsterbanden und die obligatorische Liebelei zu einer asiatischen Schönheit dabei erwartungsgemäß aber nicht und bietet zudem auch keinerlei Neuerungen. Am Ende steht wie gewohnt Blutrache und man kann sich leicht ausmalen, wer in mitten eines kleinen Leichenberges stehen bleibt.
Andererseits führen die "Ermittlungen" im Yakuzasumpf solide durch den Film und können mit der Location Tokio zumindest optisch etwas reissen. Nächtliche Stadtpanoramen und in rötliches Licht getauchte Sonnenuntergangsszenen seien in diesem Zusammenhang besonders hervorgehoben.

"Into the Sun" hätte wie auch jüngst "Submerged" gut ohne Steven Seagal funktioniert aber als immer noch Publikum ziehender Name kann man sich mit dem alternden Pummelchen doch zufriedengeben. Daß Seagal alleine nicht mehr viel bringt, erkannten allerdings auch hier die Macher rund um Regisseur mink und so wurde dem guten Steven hier der junge Matthew Davis als FBI-Agent zur Seite gestellt. Dieser macht seine Sache recht gut, hadert mal hier mal da mit der japanischen Kultur oder vermaselt beinahe die Tour, scheidet aber dann etwas überraschend aus seinem filmischen Leben - wobei er aber nicht alleine ist. Ihm wie allen anderen Charakteren fehlt andererseits genretypisch sowieso das nötige Profil um länger als 5 Minuten nach Filmende im Gedächtnis des Zuschauers zu verharren. Von daher: Insgesamt solide Besetzung, die ordentliche Leistungen liefert. Seagal bleibt im fortgeschrittenen Alter einmal mehr unauffällig und zeigt kaum sein zumindest mal vorhanden gewesenes Können.

Fazit: Netter Zeitvertreib vor exotischer Kulisse. Trotzdem letztlich nur Action von der Stange, die zudem besser choreographiert sein könnte. Wenigstens nerven Seagal-typische Kitschelemente hier nicht allzu sehr...

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