Womit rechnet man bei seinem Sommerurlaub im siebzehnten Bundesland Mallorca am wenigsten ?? Richtig, nämlich damit, mit der spanischen DVD von „Into the sun“ nach Hause zu fliegen. Auch ich hätte das nicht geglaubt, wenn man’s mir vorher gesagt hätte. Doch als mir der Film beim Kauf der BILD(ung) ins Auge fiel, war die Versuchung groß. Daher war mein Mitbringsel kein Hut, Schlüsselanhänger oder ähnliches, sondern der neue Seagal-Film.
Überraschung Nr.1: der Film ist nicht von NuImage. Wer sich die neusten Seagal-Werke (u.a. „Submerged“, den ich mir gerade bestellt hab J) ansieht, merkt schnell, dass fast alle neuen Filme mit ihm unter der Obhut der Lerner-Brüder entstanden. Und Überraschung Nr.2: wir bekommen keine Ostblockoptik, da der Film in Japan gedreht wurde. Wenn das kein gutes Omen ist ...
Eigentlich sollte dies Seagals Kinocomeback werden – Pustekuchen. So wurde der Film schnell auf DVD gepresst und dem Kunden in der Videothek präsentiert. Dabei ist „Into the sun“ besser als erwartet, denn der Film ist flüssig inszeniert und kommt ohne die Ostblockoptik aus. Überhaupt macht „Into the sun“ optisch eine tolle Figur. Schnelle Schnitte, Highspeed-Kamerafahrten und weitere Spielereien lassen den Film richtig teuer aussehen. Doch das größte Manko des Films ist schnell gefunden – die Action. Von der ist nämlich so gut wie nichts zu sehen. Der Film verlässt sich auf die Story und vernachlässigt so die so gern gewünschte Action, dass es schon fast zum verrückt werden ist. Man erwartet ja überhaupt keine gute Story, zumal Seagal noch selbst mitgeschrieben hat, aber in der hier vorliegenden Art ist es ein Bauchplatscher, wie er besser nicht sein kann.
Ist der Anfang im Dschungel noch halbwegs in Ordnung, passiert bis zum Showdown außer ein paar „Schießübungen“ (d.h. nur kurzes Abdrücken und keine Schießerei !!) überhaupt nichts. Im Showdown geht’s dann zwar ordentlich zur Sache, in Form von blutigen Schwertkämpfen, wirklich trösten kann das Finale über die Langeweile davor aber nicht. Man sitzt förmlich direkt vor dem TV und betet, das endlich etwas passiert. Doch in dem Punkt war höchstwahrscheinlich nicht nur ich enttäuscht.
Auch die Story reißt keine Bäume aus, immerhin gibt’s ein paar gute Oneliner. Auch die vielen Dialoge auf Japanisch haben genervt, alles in allem erfüllt der Stoff die niedrigen Erwartungen.
Seagal agiert hier mit deutlich mehr Lust als in den letzteren oder aktuellen Werken. Er steuert sogar einen Song bei (im Abspann zu hören) und versucht zumindest, zu schauspielern. Meiner Meinung nach macht er eine richtig gute Figur, zumindest was die Schauspielerei betrifft. Körperlich ist er immer noch nicht auf altem Niveau, was in der Anfangssequenz mehr als deutlich wird. Aber langsam gibt man das Hoffen auf bessere Zeiten auch auf. Der restliche Cast wird vor keine großen Aufgaben gestellt und macht eine durchschnittliche Figur.
Fazit:
„Into the sun“ ist deutlich besser als die vorherigen Filme, ein Aufwind bahnt sich also an. Doch das größte Manko ist der Actionmangel, der den Film frühzeitig ausknockt. Sich auf die Dialoge und Thriller-Elemente zu verlassen, kann im B-Milieu deutlich daneben gehen – wie „Into the sun“ eindrucksvoll beweißt. Wenn dann mal was passiert, kann man nicht meckern. Auch visuell gibt’s nette Bilder, aber die Story ist letztendlich zu schwach um die wenige Action auszugleichen. Schade !