Review

Steven Seagal spielt in Tokyo Yakuza und Tongs gegeneinander aus.

Story:
Ein japanischer Politiker wurde von Yakuza getötet und die CIA wird auf den Fall angesetzt. Die schicken ihren Agenten Travis Hunter (Steven Seagal), der in Japan aufwuchs und sich bestens in den Kreisen der Yakuza auskennt. Hinter dem Anschlag verbirgt sich eine Bande junger Yakuza, die sich über traditionelle Regeln und Werte hinwegsetzt und nur auf schnelles Geld aus ist. Zusammen mit den Tongs, einer chinesischen Bande, wollen sie nach und nach die Herrschaft in Japan und vielleicht auch in den USA übernehmen. Ein Grund mehr für Travis, dies zu verhindern...

Da ist er wieder, unser aller Lieblings-Pummelchen Steven Seagal. "Into The Sun" ist bereits sein dritter Einsatz des laufenden Jahres 2005 und beileibe kein Schlechter. Das er es aber entschieden besser kann, zeigen neben seinen - nach wie vor unerreichten - Frühwerken auch Filme neueren Datums a la "Exit Wounds" oder "Halb Tot". Dabei stimmen die prinzipiellen Zutaten für einen passablen B-Actioner: Das Budget scheint recht amtlich gewesen zu sein (wird erkennbar am professionellen Look der Sets und an der generellen Optik), Stevie darf einige trockene Oneliner zum besten geben, auch mal wieder selbst Hand anlegen, wenn's um's Kämpfen geht (natürlich weit entfernt von der Form eines "Casey Rybeck"...) und blutige Shootouts sind auch vorhanden. Warum der Film trotzdem nur etwas besserer Durchschnitt ist?

Das liegt ganz einfach an der Dialoglastigkeit, die nach den kurzweiligen ersten 10 Minuten eintritt. Da darf Steven einen Neuling an seiner Seite einarbeiten, darf hier und da mal ein Schwätzchen halten, um Informationen zu bekommen und sogar seiner Freundin eine Art Heiratsantrag machen (kurze, eher peinliche Bettszene inklusive). Das ist zwar alles schön und gut, nur zur Handlung trägt das Ganze herzlich wenig bei und lässt den Film trotz der eigentlich optimalen Laufzeit von knapp 90 Minuten äußerst schwerfällig werden.

Das scheint mir sowieso ein generelles Problem solcher Filme zu sein. Wenn es gleich richtig zur Sache geht, folgt danach meistens erst mal eine Ruhepause, also das genaue Gegenteil. Hier dauert das Ganze aber entschieden zu lange. Es gibt zwar hin und wieder mal einen kurzen Schusswechsel (optisch gut dargestellt) oder einen kurzen Kampf, aber meistens ist das innerhalb weniger Sekunden schon wieder erlefigt und dann wird wieder eifrig gefaselt.

Jetzt ist es ja nicht mal so, dass die Actionarmut den Film so durchschnittlich machen würde. Wenn die Story bzw. die Dialoge entsprechend spannend wären, dass man gebannt vor dem Fernseher das Geschehen mitverfolgen könnte, wäre die wenige Action ja eine sinnvolle Ergänzung gewesen, aber nicht zwingend notwendig. Leider taugt der Streifen aber als Thriller noch weniger als als Actioner, weil die Story eben sehr dünn ausgefallen ist und man eigentlich nur auf die nächste Actionszene wartet, die dann eben immer viel zu lange auf sich warten lässt. Immerhin ist die Action schön blutig ausgefallen und schwimmt damit gegen den PG13-Trend der Mainstreamproduktionen.

Vielleicht sollte Seagal sich in Zukunft wieder auf das beschränken, was er am besten kann, nämlich ordentlich auf die Kacke hauen und den Schießprügel bedienen, ohne dabei große Worte zu verlieren. Also Steven, schau dir deine alten Filme bei Gelegenheit mal, damit du wieder zu alter Form zurückfindest. Du kannst es doch eigentlich. In körperlicher Hinsicht sollte sich der Gute mal ein Beispiel an Jackie Chan nehmen, der nur ein paar Jahre jünger, aber trotzdem immer noch fit wie ein Turnschuh ist.

Fazit: Gute Actionszenen werden von viel zu vielen Dialogen erdrückt und machen den Film zu einer langatmigen Angelegenheit. Es gibt schlechtere Filme, aber Seagal kann es definitv besser.

6 von 10 Punkten

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