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BAD KARMA
Alex Chandon kommt aus England und ist dort einer der Pioniere der Amateursplatterszene. Er drehte in den 90ern ein paar Kurzfilme, die sich alle durch verblüffend gute Masken auszeichnen, konnte eine enge Freundschaft mit der Dark Metal Kultband Cradle of Filth aufbauen und diverse Musikvideos für sie inszenieren und drehte schließlich die Anthologie CRADLE OF FEAR, in der Sänger Dani Filth bekanntermaßen eine bedeutende Rolle übernahm.
Chandons erster Kurzfilm handelt nun von einer Gruppe radikaler Hare Krishnas, die auf einer Grillparty von Jugendlichen ein Blutbad anrichten, weil sie Menschenseelen für ihre Gottheit sammeln. Diese Sektierer sind aber auch noch Gestaltwandler, die sich bei Bedarf in Zombies, Dämonen oder andere Monster verwandeln können. Ein Überlebender des Massakers sucht Unterschlupf bei seinem besten Freund, der ein Sadomaso-Bordell betreibt. Aber auch dort tauchen die Sektierer auf und machen Rabatz, bis am Ende sogar noch schießwütige Rednecks wild um sich ballern und die Krishnas jagen und überhaupt ist der ganze 36 Minuten lange Kurzfilm ein einziges heilloses Durcheinander voller Genrezitate von Fulci bis EVIL DEAD 2 (ein S/M-Sklave als Parodie auf Ash) und macht auf seine schräge Weise einfach nur Spaß. Wie eingangs erwähnt, sind die Monstermasken für No Budget Verhältnisse besonders liebevoll gestaltet und gut gelungen. Da wird mit Makeup mal ein wenig experimentiert und die Palette von FX reicht von bizarren Metamorphosen mit viel Sabber und Schleim über putzige Pappmache Monster bis hin zu erstaunlichen Bladder Effekten, wo sich die Haut der Darsteller wölbt und pulsiert. Damit ergeben sich trotz happiger Mängel bei Kamera, Schnitt und Ton eher Vergleiche mit Ittenbach als etwa mit Schnaas, vor allem auch, weil Chandon nie zu lange draufhält und lieber ein hohes Tempo einhalten will. So werden alle technischen Mängel durch Schauwerte und viel Energie wieder ausgebügelt. Positiv seien auch mal die Darstellerleistungen des Sektenführers und des Redneckclanchefs erwähnt, die ihre Rollen mit viel Hingabe ausfüllen, was für so eine Produktion im Freundeskreis längst nicht selbstverständlich ist.Dass die Szenen im S/M-Puff hingegen meist bieder und einfältig wirken (eben typisch britisch, ein wenig verklemmt) und nicht so richtig witzig rüberkommen, ist ein relativ kleines Manko und verdirbt die Freude an dieser skurrilen Monsterparty auch nicht. Für den Jahrgang 1991 ist BAD KARMA als das, was er ist und sein möchte, absolut gelungen.
7 von 10.

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