Spätestens mit "Inbred" hat sich der Brite Alex Chandon endgültig einen ordentlichen Ruf im Horrorbereich erarbeitet, was man seinem Kurzfilm "Bad Karma" beileibe noch nicht ansieht.
Fast könnte man meinen, Peter Jackson hätte einige der Mutationen für "Braindead" entnommen, welcher ein Jahr später erschien. Doch die Vermutung hinkt schon insofern, als dass "Bad Karma" auf Amateurfilmbasis lange Zeit nur in Großbritannien erhältlich war.
Dave feiert mit Freundin Hana bei seinen Eltern im Garten eine Grillparty, als zwei Typen an der Haustür klingeln, die sich als Vertreter von Hare Krishna vorstellen. Gewaltsam verschaffen sie sich Zutritt und fallen über die Gäste her, während Dave und Hana die Fluch zu einem Freund gelingt, der ein S/M-Studio betreibt. Sogleich werden Ketten und Peitschen gegen die Angreifer gezückt...
An VHS-Qualität möchte man sich wahrlich nicht zurückerinnern, doch im vorliegenden Fall bleibt dem Betrachter keine andere Wahl, als mit dem minder qualitativen Bildmaterial vorlieb zu nehmen, welches immerhin mit Untertiteln versehen ist, wenn auch mit einigen Rechtschreibfehlern behaftet.
Ansonsten wirkt der Streifen wie ein typischer Amateurfilm, mit technisch simplen Mitteln ausgestattet und mit einer schlichten Kamera eingefangen, während übel performende Laien den Rest erledigen. Die Konzentration liegt hierbei auch weniger auf durchdachte Figurenzeichnungen und emotionalen Tiefgang, sondern es ist purer Trash mit einigem Splatter angesagt.
Spätestens als im S/M-Club die "Buttsaw" zum Einsatz kommt, dürfte kaum ein Auge trocken bleiben, denn es ist offensichtlich, dass da jemand hinter der Kamera hockt und rot angemalte Latexklumpen ins Bild wirft. Effekte wie eine Machete in der Stirn, ein abgetrennter Arm oder diverses Aufspießen können sich demgegenüber bereits sehen lassen, während der Trick mit der Entmannung überdeutlich einen Umschnallpenis zutage fördert.
Die Mutationsmasken fallen indes ein wenig klobig aus, doch gleichermaßen heizen sie den Trashfaktor an, der zum Finale beinahe ins Unermessliche getrieben wird.
In den letzten Minuten wird allerdings etwas zuviel gebrüllt und auch die vermehrt im Bild erscheinenden Grimassen der final auftretenden Rednecks bilden einen leichten Nervfaktor.
Allerdings führt Chandon seine kleine Geschichte genauso grimmig zu Ende, wie sie kurz nach dem Klingeln der vermeintlichen Krishna-Jünger eingeleitet wird, während man bei der kurzen Hommage an "Psycho" etwas mehr Ironie hätte einbringen können.
Der teils recht holprige Schnitt, die minimale Ausstattung und die spärliche musikalische Untermalung dürften Trashfreunde im Endeffekt nicht davor zurückschrecken, sich den Streifen in entsprechender Bierlaune zu geben. Die zahlreichen Gewalteffekte gehen für eine Laienproduktion größtenteils in Ordnung, die hanebüchene Geschichte fördert zwar keinerlei Spannung zutage, doch als Horrorfreund mit Faible für schlichte Produktionen kann man 33 Minuten auch wesentlich sinnfreier verbringen.
Knapp
6 von 10