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Der Wissenschaftler Dr. Archer Howell forscht im Geheimen an einer Methode, mit der man das menschliche Leben verlängern könnte, hinterlässt dabei jedoch nur zahllose lobotomisierte Versuchskaninchen. Als sein Kollege Tucker nicht mehr länger mit ihm zusammenarbeiten will und droht, an die Öffentlichkeit zu gehen, sorgt Howell mittels eines Hypnose-Serums dafür, dass Tuckers Sohn Michael mit einer Shotgun Amok läuft und seine Eltern umbringt. Dieser fährt daraufhin in eine psychiatrische Anstalt ein und als er nach sieben Jahren wieder entlassen wird, hat er nichts anderes im Sinn, als sich an Howell zu rächen, der sich inzwischen auf eine abgeschiedene Insel zurückgezogen hat und dort immer noch munter in dem einen oder anderen Gehirn herumstochert. Gemeinsam mit einigen Freunden stattet Michael dem Eiland einen Besuch ab, um dem irren Wissenschaftler endgültig das Handwerk zu legen, doch die Kids sehen sich dort zunächst einmal mit einigen Home-Made-Zombies und den eh bereits sehr freakigen Einwohnern konfrontiert... "Death Warmed Up" (bzw. "Robot Maniac", wie er hierzulande geschmackvoll umbetitelt wurde) wird gemeinhin als erster neuseeländischer Splatterfilm gehandelt und hat damit natürlich den Weg für die frühen Arbeiten eines Peter Jackson geebnet... anders als dieser mit dem Triple "Bad Taste", "Meet the Feebles" und "Braindead - Der Zombie-Rasenmähermann" konnte Regisseur David Blythe seinem Streifen jedoch keinen vergleichbar guten Nachfolger mehr zur Seite stellen und wenig verwunderlich da im Anschluss auch nicht in Hollywood Fuß fassen, auch wenn da noch belangloser Krempel wie "Dreamliners" und "Mein Großvater ist ein Vampir" gefolgt ist. Schwamm drüber! Der dünne und darüber hinaus auch sehr wirre Plot ist hier eh lediglich nur Staffage für eine Reihe von heftigen Gore-Einlagen, die auf nicht untalentierte Weise in einer ziemlich durchgestylten Inszenierung aneinandergereiht werden, welche sich da vornehmlich durch schrage Farbspielereien und Kamerafahrten auszeichnet. Blyth hat sich dabei durchaus Mühe gegeben, die guten, alten Mad-Scientist-Motive kräftig zu entstauben und stimmig in seine Zombie-Mär einzubetten, dabei gemeinsam mit seinem Co-Autor Michael Heath allerdings nur ein Skript zusammengefriemelt, das ziemlich sprunghaft in seiner erzählten Geschichte ist. Als modernisierte "Frankenstein"-Variante und Hommage an die Untoten-Epen von George A. Romero und Lucio Fulci ist "Robot Maniac" aufgrund seines beachtlichen Kunstblut-Verbrauchs aber allemal tauglich... zumal die dabei zum Einsatz kommenden Splatter-F/X und Make-Up-Effekte auf ihre ungeschliffene Low-Budget-Art ganz charmant und durchaus sehenswert geraten sind. Stellenweise wird da schon beachtlich tief im Gekröse gewatet, so manche Gehirn-Operation ist da doch unerwartet detailreich ausgefallen und die Ergebnisse von Howells Experimenten leiden auch schon mal an spontanen Kopf-Explosionen, was für recht makabere Anflüge schwarzen Humors sorgt. Nur wirklich Sinn macht das Ganze eben zu keiner Zeit... und steht damit doch irgendwie voll und ganz in der Tradition des italienischen Horrorfilms im Allgemeinen und des früh80er-Spaghetti-Splatters im Besonderen, dem wohl auch am anderen Ende der Welt gehuldigt wurde. Fazit: Ein amüsant-verschrobener Zombie-Heuler, der sicherlich nicht jedem gefallen wird, aber auf seine Art doch irgendwie ganz herzig rüberkommt...

7/10

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