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Wenn sich der geneigte Zuschauer „Flesh Gordon“ ansieht, wird er sich zwangsläufig die Frage stellen müssen, was wohl die Intention der Filmschaffenden gewesen sein mag. Er braucht sich nicht zu fragen, welche Art von Filmen wohl sonst der Broterwerb der Verantwortlichen ist bzw. war. Die Rekrutierung von Candy Samples und die Vorliebe für unmotivierte Orgien blasser Schauspieler als optischer Hintergrund lassen den Schluss zu, dass das Gesamtwerk von Benveniste/Ziehm, sollte es denn eines geben, in Bahnhofkinos gelaufen sein dürfte. Damit kann „Flesh Gordon“ ein Ausbruch aus einem Genre gewesen sein, der bei den für den Inhalt verantwortlichen Ideenpotenziale unterschiedlicher Qualität freigesetzt hat. Nun wissen wir alle, dass „Flesh Gordon“ die billige Sex-Variante der ebenfalls billigen Originalserie ist. Nur ist sie gespickt mit teilweise sehr grotesken Humor, der dem Film einen gewissen Charme verleiht. So sind metallische Brustwarzen nun wirklich eine coole Waffe, wenn sie von einem älteren Professor eingesetzt werden. Auch die Idee, Flesh Gordon einfach die Toilette runterzuspülen, fand ich irgendwie stimmig. Und die Vergewaltigungsroboter (!) sind doch wohl ein Traum an kranker Phantasie. Das Ganze gewürzt mit tuntigen Waldmenschen, einem phallusförmigen Raumschiff an Fäden und traumhaften Stop-Motion-Monstern ist schon ein Garant einfach strukturierter Unterhaltung. Es ist auch anzumerken, dass zumindest die männlichen Schauspieler recht ordentlich agieren. Und Candy Samples als Prothesen bewehrter Boss einer weiblichen Untergrundarmee hat ebenfalls einen guten Kurzauftritt. Was bei dem Film stört ist ehrlich gesagt der billige Sex, der nur Staffage ist. Er ist zu schäbig um erotisch zu sein. Und er ist zu stark dosiert, um dem Film ein wenig Tiefe zu geben. Hingegen ist er sicherlich zu wenig, um einen Genrebeitrag darzustellen. Mit weniger oder gar keinem expliziten erotischen Einschlag wäre „Flesh Gordon“ sicher besser geworden. Nur wer hätte ihn dann zur Kenntnis genommen, geschweige denn gesehene? So bleibt der Film ein Zwitter, der auf seine simple Art vortrefflich unterhält. Aber trotzdem phasenweise schäbig wirkt. Schade. Trotzdem 6 von 10 Punkten.

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