Der Planet Porno beschießt die Erde mit Sexstrahlen. Also fliegt Flesh Gordon (Jason Williams) zusammen mit Dr. Jerkoff (Joseph Hudgins) und Dale Ardor (Cindy Hopkins) dort hin, um dem Übel auf den Grund zu gehen. Es beginnt eine Odyssee voller Sex.
Was positiv auffällt, ist die penible Orientierung am Original "Flash Gordon". Der gesamte Plot der ersten Storyline wurde Stück für Stück durch den Kaukau gezogen. Dabei verläuft die Persiflage durchaus auf einem niedrigen Niveau; stellt man sich darauf ein, kann man häufig lachen. So ist das Raumschiff des Dr. Jerkoffs penisförmig, es gibt Vergewaltigungsroboter und im Untergrund lebt eine Lesbensekte.
Wie beim Original ist von den Sets bis zu den Monsterdesigns alles sehr unglaubwürdig. Es handelt sich um Trash vom Feinsten. Jedoch kann "Flesh Gordon" von sich behaupten, das Original zu verarschen, was den billigen Touch rechtfertigt. Unter dieser Betrachtungsweise macht der Film nämlich eine wirklich gute Figur.
Sogar die Darsteller verstehen es, ihre Vorbilder ordentlich zu veralbern und heben in den urkomischen Dialogen bescheuerte Details gekonnt hervor. Besonders gut gelingt das Joseph Hudgins als Dr. Jerkoff, der zudem eine optimal passende deutsche Synchronisation erhalten hat. Wenn er dann mit seinen Brustwarzen auf Lesben zielt, ist die Situationskomik bezeichnend für den ganzen Film. Denn neben der akribischen Persiflage haben sich die Schreiberlinge durchaus auch eigenständige lustige Ideen einfallen lassen.
Das Professionellste stellt meiner nach der Score dar, der erstaunlich gut gelungen ist und gar nicht mal als Persiflage sondern eher als Hommage zu werten ist.
Bei all dem Gerede von Sexstrahlen und Vergewaltignungsrobotern fragt man sich sicherlich, ob der Film nun eigentlich tatsächlich so versaut ist. So sollte man als erstes einmal feststellen, dass der Sexaspekt in "Flesh Gordon" einen Großteil des Humors ausmacht. Es kommt aber auf der anderen Seite zu zahlreichen Softcoreszenen, die die eigentliche Orientierung des Films irgendwie in Frage stellen. Allein im Saal des Herrschers Wang (William Dennis Hunt) wird fast durchgehend gefickt. Trotzdem bleiben viele versaute Szenen entweder nebensächlich oder zu kurz, um den Film in einen Softcorestreifen zu verwandeln. Darüber hinaus gibt es keine Hardcoreszenen; ich konnte gerade mal eine einzige, leicht zu übersehende Erektion ausmachen.
Insgesamt also ein billiger aber durchaus empfehlenswerter Film, bei dem man korrekterweise feststellen muss, dass die Zielgruppe eher gering ist. Denn wer das Original nicht kennt und zudem auch noch prüde ist, wird hier nur wenig zu lachen haben. Wenn man aber das Original gesehen hat, erkennt man eine erstaunlich authentische Persiflage.