Wenn man den Titel „Flesh Gordon“ liest, dann weiß man schon, dass man es hier mit einem nicht ganz ernst zu nehmenden Film zu tun hat. Alles deutet auf kultige Trash-Unterhaltung hin, doch leider wird selbst der härteste Trash Fan auf eine harte Zerreißprobe gestellt.
Die Erde wird von Sex-Strahlen vom Planeten Porno beschossen. Da kann es natürlich nur sein, dass bei den Mädels die Röcke hochgehen und die Kerle die Hose nicht mehr zu kriegen. Also muss Flesh Gordon mit Blödblinsen-Freundin und Dr. Jerkoff zum Pornoplaneten und Bösewicht Wang in den Arsch fixxxx äh treten.
Klingt ja ziemlich abgefahren. Und tatsächlich ist der Film auch abgefahren, nämlich abgefahren schlecht. Nix gegen Trash, aber dieser Streifen von 1972 gehört in die „Kann man niemandem anbieten" Kategorie. Lediglich die Vergewaltigungsroboter gegen Ende können als kultiges Highlight bezeichnet werden.
Mal abgesehen von den unterirdisch spielenden Schauspielern, sind Effekte, Ausstattung und Dialoge unter aller Kanone. Umso überraschender ist dann die Tatsache, dass die Stop Motion Effekte teilweise durchaus gelungen sind. Das verstehe wer will. Auf der einen Seite debilster Antihumor mit Dialogen, die so was von unglaublich schlecht sind, dass man nicht weiß ob man lachen oder weinen soll und auf der anderen Seite ansehnliche Stop MotionEffekte, die sich nicht hinter Effekten anderer Filme zu dieser Zeit verstecken brauchen.
Nun gut. In den 70ern war der Streifen sicherlich ganz amüsant und für die damalige Zeit sogar richtig freizügig, wobei man aber viel zu sehen bekommt, was man wirklich gar nicht sehen will. Heutzutage kann man aber niemandem mehr mit solch öden Sexkalauern hinter dem Ofen hervorlocken. Nach gefühlten zweieinhalb Stunden ist der S(i)ex-Fi Actiontrash dann auch vorbei und man muss sich eingestehen, dass „Angriff der Killertomaten“ im Vergleich zu „Flesh Gordon“ ein richtig guter Film ist.
Fans des originalen „Flash Gordon“ dürften bei diesem Machwerk übrigens etwas mehr Spaß haben, und könnten mit etwas Augenzwinkern vielleicht eine Hommage oder sogar eine Persiflage in diesem Film sehen, da die Effekte ähnlich schlecht sind und viele Storyelemente des Originals durch den Kakao gezogen worden sind. In diesem Sinne Prost.
Fazit: Ziemlich öde Sexklamotte, die nur Nostalgiker zufrieden stellen dürfte. Wer etwas gehobenen Sextrash genießen möchte soll sich an die viel bessere Fortsetzung „Flesh Gordon 2“ halten.