Revenge, hierzulande auf Video mit dem schönen Zusatz Des Teufels blutige Krallen veröffentlicht, setzt nahtlos da an, wo Blood Cult (1985) endete. Die Reporterin Karen Wilbur (Andrea Adams) versucht Licht ins Dunkel der "dramatischen" Ereignisse zu bringen, welche im "schockierenden" Finale des stinklangweiligen Vorgängers zu sehen waren. Leider ist sie sehr dumm, weshalb auch sämtliche Warnsirenen stumm bleiben, als sie Dr. White (Peter Hart) zu den Gerüchten rund um einen mysteriösen Blutkult befragt. Der Dorfarzt kutschiert die Journalistin seelenruhig in eine abgelegene Seitengasse, wo ihrem Leben kurze Zeit später ein Ende gesetzt wird. Weitere brutale Morde folgen. Eines der unglücklichen Opfer ist Farmbesitzer Carlton Moore (James Potts), dessen Kopf unerwünschte Bekanntschaft mit einer Axt schließt. Als Dr. White der trauernden Witwe Gracie (Bennie Lee McGowan) auf die Pelle rückt und sie drängt, ihm die Farm inklusive der dazugehörigen Grundstücke zu verkaufen, schaltet sie auf stur. Unterstützung erhält sie von Michael Hogan (John Waynes Sohn Patrick), der hier aufgewachsen und aufgrund des Ablebens seines Bruders zurückgekehrt ist. Tatsächlich kommen die beiden der mörderischen Sekte auf die Spur.
Überraschung! Nach den miserablen Langweilern Blood Cult und The Ripper war das wirklich nicht zu erwarten, aber Revenge entpuppt sich als gar nicht mal so schlecht. Nicht gut, aber immerhin viel besser als Christopher Lewis' frühere Machwerke. Im Gegensatz zu Blood Cult ist Revenge keine lustlos heruntergekurbelte Slasher-Variante, sondern vielmehr eine Mischung aus Kriminalfilm, Mysterygrusel und Okkulthorror. Als große Probleme erweisen sich abermals das schleppende, um nicht zu sagen kriechende Erzähltempo, die uninteressanten Figuren und das Nichtvorhandensein von Spannung oder Suspense. Revenge dümpelt behäbig dahin, wobei Lewis manche für den Plot irrelevante Szene bis zum Erbrechen zerdehnt. Es passiert einfach viel zu wenig für die knapp hundert Minuten Laufzeit, um den Zuschauer bei Laune zu halten. Hätte man den Film auf knackige siebzig Minuten heruntergekürzt und den überflüssigen Ballast entsorgt, wäre das Geschehen entschieden kurzweiliger gewesen. Lewis hatte diesmal zwar wesentlich mehr Budget zur Verfügung (so drehte er auf Filmmaterial, engagierte einen Motorradstuntfahrer und konnte sich mit John Carradine (Shock Waves) sogar einen namhaften Schauspieler leisten), hat daraus aber leider nicht allzu viel gemacht.
Obwohl der in Oklahoma gedrehte Revenge phasenweise ungemein langatmig und zäh ist und Lewis diesmal auf allzu blutige Schauwerte verzichtet, so gibt es auch Positives zu berichten. So durchzieht das Geschehen ein spitzbübischer Humor, der dem Streifen gut zu Gesicht steht. Überhaupt gibt es ein paar richtig lustige Momente zu belachen (z. B. die Frau mit Fernglas, die zielsicher in eine zuschnappende Tierfalle stakst), wobei es unerheblich ist, ob der Humor von der beabsichtigten Sorte ist oder nicht. Patrick Wayne (The Green Berets) dabei zuzusehen, wie er so hölzern spielt, daß man befürchtet, er könnte jeden Moment Wurzeln schlagen und sich in einen Baum verwandeln, läßt ebenfalls schmunzeln. Und die Atmosphäre ist auch recht ansehnlich. Im Gegensatz zu Blood Cult, wo man die Sektenmitglieder noch als bloße Spinner abtun konnte, hat die Geschichte hier einen deutlich übernatürlichen Einschlag, der bisweilen an Voodoo oder Scanners erinnert. Am Blutkult ist also tatsächlich etwas dran. Natürlich steuert auch Revenge auf ein "überraschendes" Paukenschlag-Finale zu, welches mit hübschen Maskeneffekten zusätzlich aufgewertet wird. Ob der Twist am Ende jemanden überrascht, weiß ich nicht. Mich hätte es jedenfalls mehr überrascht, wäre ebendiese Wendung nicht gekommen.