Im Jahre 2031 ist Dr. Joe Buchanan (John Hurt) im Begriff eine neue Wunderwaffe zu entwickeln. Doch er erschafft dadurch eine Zeitschleuße, die ihn in das Jahr 1821 an den Genfer See katapultiert. Dort lernt er Dr. Victor Frankenstein (Raul Julia) kennen und dessen Monster (Nick Brimble) versetzt die ganze Stadt mit blutigen Morden in Angst und Schrecken. Auch wird wegen des Monsters eine unschuldige Frau des Mordes bezichtigt und hingerichtet. Dies kann Buchanan nicht auf sich beruhen lassen. Mit Hilfe der Autorin Mary Shelley (Bridget Fonda) will Buchanan dem Monster Einhalt gebieten. Doch der verrückte Frankenstein macht seinem Monster auch noch eine Braut.
Ich verstehe nicht ganz, warum Roger Corman an Brian Aldiss Novelle "Frankenstein Unbound" so einen Narren gefressen hatte. Seit Mitte der 50er Jahre produzierte Corman nun schon knapp 400 Filme, wobei ihm "Frankenstein" besonders am Herzen lag. Er war nicht nur ausführender Produzent und Drehbuchautor, sondern führte hier auch Regie und brachte für diese B-Produktion auch ein ordentliches Budget mit.
Nur das Verfassen des Drehbuches ging richtig in die Hose. Corman hat wirklich in jedem Metiér des Films Erfahrungen gesammelt, sei es als Darsteller, Kameramann, Cutter, kurz gesagt er ist ein Alleskönner. Doch die Story hat er hier dermaßen verhunzt. Es wird rein gar nichts erklärt und das hin und herspringen in den Zeiten macht die Sache noch schlimmer. Man muss dem Film aber lassen, dass die altmodische Kulisse der Schweiz im frühen 19. Jahrhundert wirklich gut gelungen ist. Nur bei den anderen Kulissen, zum Beispiel der Eiszeit, wurde sichtlich im Studio gedreht. Der Schnee ist sofort als künstlich erkennbar. Die futuristischen Elemente sehen auch nicht alle hochwertig aus, hier half man anscheinend mit großen Leinwänden nach.
Doch letztenendlich weiss "Frankenstein" dann doch einigermaßen zu unterhalten. Buchanan trifft Frankensteinautorin Mary Shelley und spielt sich gegen Ende selbst wie der Schöpfer höchstpersönlich auf. Daneben baut Corman noch ein paar blutige Goreeffekte ein, welche aber wirklich gut gemacht sind. Auch hat der Film trotz seiner kurzen Laufzeit einige Hänger zu verzeichnen und läuft auf ein schwachsinniges Finale hinaus.
Corman schaffte es immerhin einige Prominenz für seinen Film zu verpflichten. Da hätten wir John Hurt in der Hauptrolle, Raul Julia als grimmiger Frankenstein und Bridget Fonda als Mary Shelley.
Cormans letzte Regiearbeit erweist sich als sehr krude und ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Die Story liefert keinerlei Antworten, der Unterhaltungswert wird jäh durch einige Durchhänger unterbrochen. Die prominenten Darsteller machen aber einen guten Job. Mit dieser "Frankenstein" Version kann man trotzdem so gut wie gar nichts anfangen.