Review

Roger Corman bietet uns mal eine andere Sichtweise der bekannten Frankensteingeschichte, die aber weder Fisch noch Fleisch ist.


Im Jahre 2031 arbeitet in New Los Angeles der Wissenschaftler Dr. Buchanan (John Hurt) an eine Laserwaffe für den Präsidenten er Vereinigten Staaten.
Der Laser funktioniert zwar, aber hat unerwünschte Nebeneffekte. Menschen verschwinden, eine komische, farbige Wolke taucht am Himmel auf.
Durch so eine Wolke wird Dr. Hurt in die Schweiz in das Jahr 1821 geschleudert.
Dort begegnet er dem Baron Dr. Frankenstein (Raul Julia), der schon sein Monster erschaffen hat. Für die Morde, die das Monster begeht, wird eine unschuldige Frau verurteilt. Dr. Buchanan will Frankenstein dazubringen, den Leuten die Wahrheit zu erzählen. Doch Frankenstein at ein anderes Ziel. Damit das Monster nicht seine Geliebte tötet, muss er dem Monster eine Braut schenken. Und das würde mit Hilfe von Dr. Buchanan un einiges leichter gehen...


So ganz kann sich Corman nicht entscheiden, was er uns für einen Film präsentieren will. Auf der einen Seite hält er sich sehr direkt an die Romanvorlage von Mary Shelly, auf der anderen Seite aber fügt er Elemente hinzu, die nie im Buch vorgekommen sind. So z.B. schreibt Shelly im Film selber das Buch über das Monster, was aber schon existiert. Auf der anderen Seite ist das Monster aber nicht die tölpelhafte Gestalt, wie z.B. aus den Hammerfilmen, sondern schon ein eher intelligenteres Wesen, was weiß, was es will.

Trotzdem erzählt Corman die Geschichte zu behäbig. Hurt landet zwar schnell in der Zeit Frankensteins, aber dort macht er erst mal zig Erkundigungen usw. Die Person des Frankenstein spielt mehr oder weniger eine untergeordnete Rolle, auch das Monster sieht man erst wirklich gegen Ende, bis dahin unterhält uns Langeweile. Und auch Hurts Engagement für die zum Tode verurteilte nervt ein wenig, da es die Geschichte sinnlos aufhält. Auch Buchanans Treffen mit Mary Shelly (hier noch Wollencraft) wirkt einfach zu unglaubwürdig und endet sogar darin, dass beide noch mal Sex haben. Hallo Sinn??

Gut wird es erst, wenn das Monster auftaucht und in Aktion ist. Corman, nicht gerade ein Vertreter der harmlosesten Filme, lässt das Monster sich auch mal so richtig austoben. Die Goreeffekte sind hart, aber relativ schnell geschnitten, so dass das ganze nicht zum Splatterfilm mutiert. Trotzdem reißt das Monster schon mal Arme und Beine ab.

Auch die Schauspieler überzeugen nicht wirklich. John Hurt nervt als Dr. Buchanan, anders kann man es nicht sagen. Raul Julia spielt die Rolle des Frankensteins schon besser, wobei hier Julia aussieht wie Tim Curry. Auch an das Monster muss man sich gewöhnen, es sieht bald so aus wie die Monster aus Clive Barkers „Cabal“, also leider nicht, wie man es sich sonst vorstellt, mit Bolzen im Kopf (siehe Karloff).


Fazit: Ein Film, der meistens sein Potential verschenkt, da er einfach in der ersten Stunde zu langweilig und zu unspektakulär inszeniert ist. Nur die starke halbe Stunde gegen Ende rettet immerhin noch etwas. Frankensteins Fans können einen Blick riskieren, der Rest wird den Film einfach nur schlecht und langweilig finden.

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