Eine schöne kleine Studie in Mutter-Tochter-Beziehung legen hier Nathalie Portman und Susan Sarandon hin, die aus ihrem kleinen Nest im Mittelwesten aufbrechen, um ein "richtiges" Leben in der Nähe von Beverly Hills zu beginnen.
Wayne Wangs Film ist mehr ein Roadmovie als sonst irgendwas, obwohl die Figuren relativ problemlos nach Beverly Hills hineinkommen, dort allerdings dem reichen Schein nicht frönen, sondern zu den Unterprivilegierten gehören.
Sehr treffend werden die Figuren seziert, wenn Sarandon, stets die eigenen höchst mäßigen Umstände verleugnend, so tut, als könnte sie demnächst groß als reiche Dame rauskommen. Im Grunde ihres Herzens weiß sie aber ob ihrer Unterklasseherkunft und nimmt die Gelegenheiten nicht wahr, als sie sich den Reichen auf einer Party wirklich mal präsentieren kann. Andererseits hängt sie kleinmädchenhaft ihren Träumen vom Aufstieg nach, als sie ein Zahnarzt fürs Bett ausnutzt.
Auf der anderen Seite versucht die Portman gleichzeitig mit und gegen ihre Erzeugerin zu leben, verlangt Freiraum und sucht wieder Nähe, einerseits als Kind und andererseits als die Reifere in dieser Familienbeziehung, die weiß, daß ihre Mutter auf sie angewiesen ist und nicht umgekehrt.
Das Ergebnis ist ein schwieriger und manchmal herber Reifeprozess, der wie schon zu Beginn angekündigt, mit der Abnabelung endet.
Die schauspielerischen Leistungen sind hoch, das Zusammenspiel läuft großartig, wenn auch der Film an sich nicht gerade ein Massenpublikum zieht. Gegen einen Erfolg spricht auch die Figurenzeichnung, denn ein vernünftiger Mensch verfällt hier leicht dem Wunsch, die Sarandon ununterbrochen zu prügeln, um die pausen- und grundlose gute Laune aus ihr rauszuprügeln.
Das Drehbuch vermeidet jedoch Klischeefußangeln und führt die Geschichte sensibel voran, die stets unvorhersehbar bleibt, auch wenn man sich mit einigen Voraussagen schon ganz sicher scheint.
Emotionales Star-Randgruppen-Kino vom Feinsten. (7/10)