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Normalerweise ist Terry Leonard (Joyride, Jagd auf Dillinger) als Schauspieler unterwegs, doch mit seinem Regiedebüt "Helden USA" wollte er wohl Menahem Golan nacheifern, der mit "Delta Force" den Patriotenstreifen schlechthin in Szene gesetzt hatte. Ganz so knüppeldick bekommt der Zuschauer den Patriotismus dann doch nicht um die Ohren gehauen, aber es fällt schwer diesen B-Actioner ernst zu nehmen. Doch hiermit passte sich Leonard nur dem Geschmack des Publikums an und solche Hurra-Streifen standen nun mal ganz oben auf der Liste, was "Helden USA" sogar eine Kinoauswertung beschehrte.

Gunnery Sgt. Burns (Fred Dryer) soll seinen Vorgesetzten Colonel Halloran (Brian Keith) ins arabische Königreich begleiten. Nur Sgt. Ramirez (Joseph Gian) und die zwei frischgebackenen Marines Ruggieri (Sasha Mitchell) und James (Peter Parros) sollen ihn begleiten. Eigentlich sollte es eine Friedensmission werden, doch Jihad (Rockne Tarkington), der Kopf er Terroristen, lässt Halloran und James entführen. Er lässt sie foltern und ermordet James. Burns kann nicht mehr länger zuschauen und setzt sich über die Befehle des Botschafters (Paul Winfield) hinweg. Zusammen mit dem israelischen Geheimdienst, dem auch die Fotografin Ellie (Joanna Pacula) angehört, bläst er zum Angriff.

Unsere Marines sind schon tolle Typen. Doch bevor man dazugehört, muss man erst einen Helm voller Bier herunterbechern und den Anstecker bekommt man in die Haut gerammt. In der Freizeit streicht man die Steine auf dem Parkplatz des Colonels, doch eigentlich lächzt man nach einem Kampfeinsatz, um das heissgeliebte Vaterland zu beschützen. Bevor es ans Wesentliche geht, lässt Leonard erstmal die Flagge hochleben, wobei es storytechnisch mal wieder um das Übliche geht. Im arabischen Königreich wollen Fanatiker die Regierung stürzen. Dazu haben sie sogar zwei Profikiller angeheuert und durch die Fotografin Ellie bekommen sie die nötige Propaganda. Nun kommen unsere Marines ins Spiel, die eigentlich dort unten nur als Beobachter fungieren sollen und eventuell bei der Evakuierung zur Hand gehen. Doch dabei bleibt es natürlich nicht. Leonard erzählt seine Klischeestory immerhin mit dem nötigen Drive und der kleine Handlungsstrang mit dem jungen Attentäter ist recht ordentlich. Auch stellt sich lange die Frage, auf welcher Seite Elllie eigentlich steht. Ist sie wirklich die eiskalte Fotografin, welche an Jihads Werk glaubt, ist sie auf ihre Karriere aus, oder steht sie gar mit dem Geheimdienst in Verbindung ?

Zumindest muss sich der Zuschauer nicht lange gedulden, bis es das erste Mal ordentlich kracht. "Helden USA" hat nicht sonderlich viele Actionszenen zu bieten, besonders die Filmmitte hätte mehr davon abbekommen müssen, doch wenn es kracht, dann auch mit Schmackes. Die Shootouts sind eine wahre Augenweide und auch die Pyrotechnik kommt nicht zu kurz. Blutige Einschüsse, bildschirmfüllende Explosionen, die Choreographien können sich stets sehen lassen. Es kommt ein sehr großes Waffensortiment zum Einsatz, Shotgun, MG, AK-47, Pistolen, Handgranten, bis hin zum Granatwerker. Hier ist noch alles handmade und sieht dementsprechend hochwertig aus. Die brutale Folterung, wo sogar ein Bohrer zum Einsatz kommt, dient natürlich nur dazu, um das Handeln der Marines zu rechtfertigen. Im Showdown wird dann die gesamte Festung der Terroristen dem Erdboden gleichgemacht, ein Marine darf noch den Heldentot sterben und Burns liefert sich noch einen kleinen Faustkampf gegen Jihad.

Der Actionfan wird auf jeden Fall zufrieden sein, auch mit der Auswahl der Darsteller. Fred Dryer (Hunter, Auf dem Highway ist wieder die Hölle los) ist hier in seiner härtesten Rolle zu sehen, den gerne eigenmächtige handelnden Gunny Burns kauft man ihm gut ab. Brian Keith (Hardcastle und McCormick, Meteor) ist als Col. Halloran zu sehen, Paul Winfield (Terminator, Cliffhanger) als Botschafter und Joanna Pacula (The Cutter, Virus - Schiff ohne Wiederkehr) als doppelbödige Fotografin. Eigentlich schade, dass Sasha Mitchell (Karate Tiger 6, Kickboxer 2) keinen Fight spendiert bekommt.

Wer schon von "Delta Force" begeistert war, für den ist "Helden USA" die richtige Adresse. Sehr viel Patriotismus, eine überraschungsfreie Story und deftige Actionszenen. Die Kulissen wirken authentisch und hier ist alles noch handmade. Auch die Darsteller-Riege braucht sich nicht zu verstecken. Ernst nehmen, kann man diesen Streifen nicht.

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