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Mit „Death before Dishonor“, dem man hierzulande den Titel „Helden USA“ verpasste, präsentiert sich dem Genrefan patriotisch-unterhaltsame B-Action.
Sergeant Jack Burns (Fred Dryer) ist einer der härtesten US Marines, wie man gleich zu Beginn des Films merkt. Mit gutem Vorbild bildet er seine Jungs zu harten Soldaten aus und ist auch bei Gruppenabenden aber auch gut dabei, um irgendwelche Aufnahmerituale durchzuführen. Tja, die 80er. Während heutzutage die meisten Zuschauer vor diesem Heldenbild davonlaufen würden, war diese Art von Machotum damals sogar noch kinotauglich.
Gleichzeitig spitzt sich im Nahen Osten die Lage zu: Im Arabischen Königreich proben einige Fanatiker den Aufstand, die zudem noch ein westliches Meuchelmörderduo anheuern, welches direkt einen Botschafter samt Familie ausradiert. In dem Camp der Rebellen werden zudem Ausbildungen im Kampf für die Untergebenen abgehalten, da man fiese Pläne hat. Die Bösewichte entstammen zwar allesamt der Klischeekiste, sind aber ganz ordentliche Charaktere, die nicht nerven (auch wenn die starken Akzente zumindest im O-Ton etwas aufgesetzt wirken).

Ausgerechnet Jack wird ins Arabische Königreich geschickt – aber nur als Beobachter. Doch er kann nicht lange bloß zusehen, wie die Aktionen der Rebellen immer dreister werden. Erst muss er einem Überfall auf offener Straße beiwohnen, dann entführt man seinen Vorgesetzten. Da startet Jack mit seinen Jungs eigene Ermittlungen...
Seien wir ganz ehrlich: Selbst im Jahre 1987 war die Story von „Death before Dishonor“ nicht die originellste, aber das macht nichts. Zwar ist die Geschichte nicht mehr als übliche Aufspüren und Herausfordern der fiesen Terroristen bis es zur finalen Klärung kommt – ähnlich wie in vielen anderen Genrefilmen wie z.B. „Navy Seals“, aber dafür wird der Plot mit relativ hohem Tempo durchgezogen. In der Mitte ist der Film zwar etwas actionarm, aber größere Längen gibt es an sich nicht zu beklagen. Die Spannung kommt auf ein durchschnittliches Niveau, aber überraschende Wendungen sollte man nicht erwarten.
Man sollte bei „Death before Dishonor“ allerdings davon absehen, den Film ernst zu nehmen. Natürlich sind die einheimischen Truppen überfordert und erst die guten US Jungs können die Lage klären, die Fieslinge sind eiskalte Mörder, die auch Zivilisten abknallen usw. Patriotismus pur, aber man kann es halt nicht ernst nehmen. Unter dieser Voraussetzung ist auch der Mangel an Realismus gut zu verkraften: Bei dem Überfall werden natürlich alle einheimischen Sicherheitskräfte erschossen, nur Jack nicht, dieser ballert später beim Fahren einhändig mit einem Raketenwerfer usw. Doch mit dieser Art erreicht „Death before Dishonor“ einen netten B-Charme, der vielen anderen Genreproduktionen abgeht.

An Action werden Shoot-Outs und Explosionen in ausreichender Zahl geboten. In der Mitte ist es leider etwas wenig geworden, aber dafür kann das letzte Drittel mit erhöhter Actionmenge punkten. Das Geballer im stimmigen Wüstenszenario ist sehr ansprechend in Szene gesetzt worden und bietet zudem einiges an sehenswerten Einschüssen. Die Pyrotechnik muss auch gelobt werden, da die Explosionen ziemlich spektakulär daherkommen (vor allem für einen Film aus dem Jahre 1987).
Fred Dryer ist ein ganz ordentlicher B-Actionheld mit einigem Charisma, wenn auch nur einem einzigen Gesichtsausdruck. Die restlichen Darsteller agieren allesamt ebenfalls auf recht gutem B-Niveau, wobei mit Joanna Pacula sogar noch ein etwas bekannteres Gesicht mitspielt.

Trotz der bekannten Story und dem Mangel an Realismus präsentiert sich „Death before Dishonor“ als ordentliches Stück B-Action mit Charme und gelungenen Actionszenen.

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