Ja, also bei aller Liebe ... was ist das denn?!
Lady Death war einer der meist-gehypten Animationsfilme der letzten Jahre, also griff ich (relativ) bedenkenlos zu, als ich ihn im Regal stehen sah.
Es las sich ja alles ganz gut an, die Geschichte vom epischen Kampf gegen das Böse, ein schier apokalyptischer Vater-Tochter-Konflikt, eine tragische Liebe (musste ja sein) und der brennende Wunsch nach Vergeltung ... eigentlich die passenden Ingridenzien für einen wohlschmeckenden, scharfen und stilvoll animierten Abendfüller. Dachte ich.
Doch schon während den ersten paar Minuten des Films stellte sich Ernüchterung ein. Die Geschichte - so hochgelobt und vielgepriesen, stellte sich als eine Luftnummer allererster Güte heraus.
Unsere spätere "Lady Death" - alias Hope -, die unschuldig als Hexe verbrannt und deren Seele von ihrem Vater - Satan persönlich - vor ihrem tragischen Ende korrumpiert wird, landet in der Hölle, da sie Gott abgeschworen hat. Dort wird sie natürlich nicht nett behandelt, wobei sich der Speichellecker ihres Vaters - ein dümmlich schwafelnder Möchtegern-Dämon in einem albernen Hofnarren-Outfit besonders hervortut.
Die unschuldige junge Hope, die ihren Fehler bitter bereut, sucht ihren Vater in seiner unheilsschwangeren Burg auf, um dort zu erfahren, dass dieser nicht nur die Seele ihrer toten Mutter, sondern auch die Seele von Hopes großer Liebe Nicolo gefangen hält.
Hope schwört Rache, wird im wahrsten Sinne des Wortes, hochkant aus der pösen Purg geworfen und begegnet irgendwo dem alten Schmied des Teufels, der mit dem Hornträger natürlch auch noch eine alte Rechnung offen hat.
Er erkennt Hopes Potenzial und trainiert sie. Hope wird wird immer stärker (und ihr Outfit knapper) und sammelt mit der Zeit eine Art übersinnliche Menagerie und eine Armee der gequälten Seelen um sich, um sich nach ein paar unspannend erzählten Querelen endlich ihrem Vater zu stellen.
Und genau hier offenbart sich dir größte Schwäche des Films: Das Ende, auf das eine Ewigkeit hingearbeitet wurde, gestaltet sich dermaßen langweilig und unspektakulär, dass man sich einfach nur verarscht fühlt.
Selbst mit viel gutem Willen kann ich diesem Filmchen mit seinen blassen Figuren und dümmlich-pathetischen Dialogen nur 1 Punkte geben. Alles andere wäre zuviel des Guten.