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Ja, was soll man nun davon halten? Von den rätselhaften Ereignissen, die die Geschwister Baudelaire ereilen? „Gebrüder Grimm reloaded“ oder doch eher „Harry Potter ohne Zauberei“??? Es ist irgendwie eine Mischung aus beidem, was Brad Silberling uns hier präsentiert. Jedoch düsterer als Harry Potter und moderner als die Märchen der Gebrüder Grimm.

Die drei Waisenkinder Klaus, Violet und Sunny werden nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrem nächsten Verwandten, dem Grafen Olaf (Jim Carrey) untergebracht. Es stellt sich relativ schnell heraus, dass er nicht an dem Wohl der Kinder interessiert ist, sondern vielmehr ein Auge auf das erhebliche Erbe geworfen hat. So lässt er keinen Versuch aus, die Kinder umzubringen.

„Lemony Snicket’s rätselhafte Ereignisse“ ist optisch wahrlich ein Leckerbissen. Die düsteren Kulissen, die immer öfter ins Surreale gleiten, erinnern allzu oft an Werke von Tim Burton. Kombiniert mit einem herrlich verrückten Jim Carrey und einer einigermaßen akzeptablen Story erhält man so einen Märchenfilm, der zwar irgendwie auf bekannten Motiven der Gebrüder Grimm basiert, aber dennoch erfrischend neu erscheint. Ihren Anteil am gefälligen Erscheinen dieser Verfilmung des gleichnamigen Romans haben neben Jim Carrey und den drei wundervollen Jungdarstellern sicherlich auch die hochkarätig besetzten Nebenrollen. Meryl Streep, Billy Connolly und Timothy Spall; jeder dieser drei Akteure zeigt eine solide Leistung, die dem Gesamtwerk jederzeit gerecht wird. Die düstere Atmosphäre, die von Anfang an aufgebaut wird, wird konstant aufrecht erhalten und präsentiert uns so die Geschichte der bemitleidenswerten Baudelaire-Geschwister als wirklich ausweglos erscheinende Gesamtsituation. Jedoch weiß uns Violet Baudelaire jederzeit zu berichten, dass es immer einen Ausweg gibt…

Regisseur Brad Silberling hat es letztlich irgendwie geschafft, die Faszination, die von Märchen der Grimmschen Machart ausgeht, mit optisch ansprechenden Elementen auf die Leinwand zu bringen und den Zuschauer so zu begeistern. Jim Carrey glänzt wieder einmal als Grimassenschneider, der hier in die vielfältigsten Verkleidungen und Rollen schlüpfen darf, und dem man den Spaß daran in jeder Szene anmerkt. „Lemony Snicket“ ist sicherlich kein Meisterwerk seines Genres, aber insgesamt gelungene Unterhaltung, die so manchen trüben Tag noch trüber erscheinen lassen kann. 7,5 von 10 Punkten!

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