Review

Wem Harry Potter zu weichgespült erscheint,der sollte sich mal mit Lemony Snicket befassen,denn dieser ist eine Spur abgefahrener und um einiges düsterer.

Erzählt wird die Geschichte vom Schriftsteller Lemony Snicket(bzw,der deutschen Stimme von Thomas Fritsch),der irgendwo im Halbschatten an einer Schreibmaschine sitzt.
Soeben haben Violet,Klaus und Sunny Baudelaire ihre Eltern bei einem Feuer verloren,so machen die reichen Waisen Bekanntschaft mit dem dubiosen Grafen Olaf,der es nur auf ihr Vermögen abgesehen hat.Und weil es beim ersten Versuch misslingt,schlüpft Graf Olaf in verschiedene Verkleidungen,um doch noch an ihre Erbschaft zu gelangen.

Zunächst fürchtet man,im falschen Film gelandet zu sein,eine knallbunte Landschaft mit alberner Musik und dem Titel“The Littlest Elf“,doch dann stellt der Sprecher alles richtig und düstere Bilder übernehmen fortan die Grundkulisse.Es beginnt eine abenteuerliche Reise,episodenhaft erzählt.
Die Schauplätze sind herrlich düster und ließen schnell auf Tim Burton schließen,die Kostüme und das Make-up(hierfür gab’s einen Oscar)sind fantastisch.
Spannung und Humor wechseln sich ab und man wird rundum gut unterhalten.
Besonders witzig sind die eingeblendeten Untertitel bei Sunny´s kleinkindlichen Tönen,aber auch die Credits am Ende sollte man sich nicht entgehen lassen.
Die Besetzung ist optimal und glücklicherweise nervt Jim Carrey nicht durch penetrantes Overacting,wenn er auch oft kurz davor ist.
Die Kinder spielen überzeugend und auch Nebendarsteller wie Streep und Hoffman machen ihre Sache gut.
Leider bleiben am Ende ein paar Fragen offen(was hat es mit dem Fernrohr auf sich),die vielleicht in einer Fortsetzung beantwortet werden.

Eine fantasievolle Mischung für Alt und Jung(nicht ganz so jung,eher ab 12),die amüsiert und ein wenig gruselt und wunderbar unterhält.
8 von 10 Punkten

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