Review

Die Bücher kenne ich nicht, somit kann ich jetzt nur auf den Film eingehen. Allerdings soll dieser aus den ersten drei Teilen der Buchreihe zusammengeschustert sein. Merkt man aber nicht, denn das Gesehen ist aüssert flüssig inszeniert.
Schon der Anfang ist grossartig, wenn auch im ersten Moment etwas verstörend. Plötzlich tanzt eine animierte Elfe übelst-breit grinsend über die Leinwand. Doch kurze Zeit später versichert uns der Erzähler, dass es sich hierbei keinesfalls um den Film "Die kleinste glückliche Elfe" handelt. Viel mehr gibt es eine gruselige, düstere und traurige Geschichte zu sehen. Und wer das nicht aushält, kann sich noch Sitze im Kino nebenan suchen. Schon hier schimmert der eigenwillige und zutiefst komische Humor des Films durch, der auch noch bei fortschreitender Spielzeit erhalten bleibt.

Nun beginnt der richtige Film und der hat es in sich. Der offiziell für Kinder konzipierte Streifen besticht durch eine dunkle und düstere Optik, wie sie Tim Burton oder Terry Gilliam nicht besser hingbekommen hätten. Für die kleinen meiner Meinung nach nicht unbedingt das Richtige. Für alle Anderen, die mit dieser Richtung was anfangen können, würde sich der Film durchaus eignen. Dabei bedient sich Brad Silberlings Werk bei verschiedenen Genres und vermischt sie, was schon öfters schiefging. Hier stimmt die Mischung und wartet mit viel Phantasie und Einfallsreichtum auf. Wobei das mit der traurigen Geschichte schon übertrieben ist. Zwar steht der Tod der Eltern der 3 Kinder am Anfang der Geschichte, doch stellt dieses Ereignis im weiteren Verlauf keinen zentralen Punkt dar. Dieser liegt vielmehr in dem Aufsuchen diverser (sehr, sehr) entfernter Verwandter zwecks der Vormundschaft. Und diese Reise mit den jeweiligen Zwischenstopss ist überaus skurril gestaltet. Jim Carrey als Graf Olaf ist den 3 ständig auf den Fersen und denkt sich eine Teufelei nach der anderen aus, wie er die Kinder ins Jenseits befördern könnte. Dabei schlüpft Carrey hier gleich in mehrere Rollen, was er hervorragend meistert. Dabei lässt er hier mal wieder den Durchgeknallten raushängen. Doch passt dieses Spiel selten so gut wie hier. Der Film läuft fast Gefahr, in eine One-Man-Show abzudriften. Glücklicherweise tut er das nicht. Denn auch die Szenen ohne Carrey bieten genug. Zum einen die verschiedenen Lokalitäten oder auch das Spiel der 3 (bzw. 4) Jungdarsteller, welches über fast jeden Zweifel erhaben ist. Einen kurzen Gastauftritt von Dustin Hoffman gibt's noch obendrauf. Für den Humor sorgt hier das untertitelte Gebrabbel der kleinen Sunny, welches immer wieder für Erheiterung sorgt. Doch auch sonst gibt es immer etwas humorvolles in den düsteren Sets, manchmal auch bösartig-lustiges (Montgomerys ehemaliger Mitarbeiter).

Der Film kommt nicht ohne viele Special Effects aus. Die sind durch die Bank prima; ILM versteht sein Handwerk. Auch dder Score und die Kamerarbeit wissen zu überzeugen. Der Film ist einfach ungemein unterhaltsam, besitzt keine Längen und hat ein sehr gutes Gefühl für Timing und Tempo. Einen negativen Aspekt gibt es allerdings bei all der Lobhudelei doch noch. Das Finale ist, nach alle dem, was man im Film an Besonderheiten erlebt hat, etwas minimalistisch ausgefallen. Keinesfalls öde oder dergleichen. Der Film bleibt sich bis zum Ende treu. Trotzdem wartet man irgendwie auf die Krönung der durchgeknallten Phantasie. Trotzdem ein guter Schluss, der auf eine Fortsetzung hoffen lässt.
Gesondert erwähnen sollte man auch den Abspann. Dieser gehört jedenfalls zu den am schönsten anzusehenden, die mir je untergekommen sind.

Fazit:
Für mich jetzt schon eines der Highlights des Jahres. Mit seiner Mischung aus Komödie, Abenteuer, Grusel und Fantasy schafft der Film wunderbar zu unterhalten (wenn auch nicht unbedingt für die eher Kleinen geeignet), lässt den Zuschauer in seiner düsteren, skurrilen Welt versinken. Dabei besitzt der Film einen tollen Humor und schauspielerische Leistungen (Carrey darf sich mal wieder austoben). Für mich eins der Highlights dieses Jahres!

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