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Lemony Snicket, als eine Art amerikanische Antwort auf die Harry-Potter-Filme bzw. Romane gedacht, ging soweit ich weiß an den Kinokassen ziemlich unter. Leider etwas zu unrecht, bietet er doch etwas, was den Potter-Filmen absolut abgeht, nämlich Athmosphäre und sogar etwas an abgedrehtem Humor!

Die drei Beaudelaire-Kinder, plötzlich zu Waisen geworden, werden in die Obhut ihres nächsten Verwandten Graf Olaf (J. Carrey) gegeben. Der hat aber nichts mehr im Auge, als über die Vormundschaft an das Vermögen der drei Kids zu kommen. Nach einigem Hin und Her merken die Kids genauso wie der Vermögensverwalter was Sache ist. Also werden die Drei zu weiteren „Verwandten“ durchgereicht, die aber allesamt vom bösen Olaf um die Ecke gebracht werden.

Zum Ausgang der ganzen Story sage ich mal handlungstechnisch nichts, aber irgendwie blieb nach dem Anschauen ein schaler Geschmack zurück.

Vielleicht lag es daran, dass dem Streifen trotz seiner technischen Brillanz das absolut wichtigste fehlt, nämlich Inhalt oder ein gewisser Unterhaltungswert!Storytechnisch wird hier nämlich wirklich Kinderbuch-Niveau geboten. Null Überraschung und Null Spannung ergeben zusammen eine gefühlte Spielzeit von ca. 3 Stunden.

Die durch teilweise beeindruckende CGI-Effekte geschaffene Welt in der die Handlung spielt ist für mich das absolute Highlight des ganzen Films. Diese total künstliche Welt bietet eine Athmosphäre, die echt ihresgleichen sucht. Teilweise kann man sich daran absolut nicht sattsehen. Leider aber verstärkt sich dadurch auch der Eindruck der inhaltlichen Leere dieses ganzen Projekts.

Darstellerisch wurde zwar an großen Namen nicht gespart, aber hier liegt der Teufel mal wieder im Detail. Die großen Namen Jim Carrey, Meryl Streep und Dustin Hoffman hätten dem Film zwar einen gewissen Stellenwert an der Kinokasse geben sollen, leider aber handelt es sich bei den Auftritten von Streep und Hoffman nur um Cameos, die den Film nicht entscheidend verbessern, sondern bestenfalls für kurze Überraschungsmomente sorgen.Der eigentliche Star, Jim Carrey, spielt den Grafen Olaf zwar total schräg, aber wer schon einige von Carreys Komödien sah, wird hier nichts neues oder gar besonders witziges entdecken können. Carrey ist eben Carrey!

Was bleibt ist ein technisch brillanter Film, der inhaltlich so leer ist wie eine Dose mit Berliner Luft.

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