Review

"World of Horror" von Michele Soavi ist eine Dokumentation über das bisherige Schaffen von Dario Argento (bis 1985). Darin erfährt der geneigte Zuschauer einiges über seine großen Klassiker wie "Suspiria", "Inferno", "Tenebre", "Phenomena" oder "Profondo Rosso", sowie seinen Giallo - Anfängen mit "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe", "Die neunschwänzige Katze" und "Vier Fliegen auf grauem Samt".



Soavi, welcher schon immer ein aufmerksamer und gelehriger Schüler Argento’s war (was er ja auch später mit "Aquarius", "The Sect" und "The Church" unter Beweis stellen konnte), unterstreicht mit dieser Doku noch einmal genau Argento’s Detailfreudigkeit und seine Genialität (in Bezug auf seine Werke versteht sich) und schreckt auch nicht davor zurück, uns Seniore Argento’s eigene Abgründe zu zeigen.

Nebenbei erfährt man natürlich auch mehr über die phänomenale Kamerafahrt in "Tenebre" oder es wird erklärt, wie man sich überhaupt dazu entschloss, in "Suspiria" die berühmten Farbfilter zu benutzen, um den Film gezielt verstörender darstellen zu können.

Natürlich lässt Soavi auch einige Weggefährten von Argento, wie Effekt – Spezialist Tom Savini, den Komponisten Keith Emmerson (Emmerson, Lake & Palmer), oder den ital. Maskenbildner Sergio Stivaletti zu Wort kommen. Gerade bei Stivaletti wird’s interessant, da er den Zuschauer in seine Effekt-Praktiken einweist, als er gerade ein paar Masken für "Phenomena" fertig stellt.

Argento’s Liebe für's Detail lernt man natürlich auch kennen, z.B. als er den Soundtrack für "Suspiria" mit der ital. Rockgruppe Goblin einspielt, oder wenn er die Anfangssequenz für "Phenomena" vorbereitet und dabei noch erzählt, das er eigentlich gar nicht so recht in der Stimmung wäre, diesen Schocker abzudrehen.

Bleibt eigentlich nur noch zu sagen, dass diese Doku leider nur für die Leute geeignet ist, die die meisten der oben genannten Argento-Werke schon kennen, da wirklich von fast allen Filmen die wichtigen Schlüsselsequenzen gezeigt werden und man somit die spannendsten Szenen, die einen Argento-Film einfach ausmachen (…am schlimmsten die End-Auflösung bei den Giallos), schon kennt - und bei Neueinsteigern leider der Überraschungsmoment ausbleiben dürfte!


Fazit: Sehr informative Dokumentation über Argento mit einem Hauch von Nostalgie und die zugleich Soavis Debüt als Regisseur ist. Ich bin zwar nicht der Meinung, dass dieser Film ein Buch ersetzt, oder das Maß aller Dinge ist, dennoch denke ich das hier einiges an Informationsgehalt rausgefiltert werden kann. Für mich als Argento-Fan kann ich nur jedem Gleichgesinnten diese Doku weiterempfehlen, es lohnt sich.

(8/10)

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