ACHTUNG ! SPOILER !
Genauso mysteriös wie der ganze Film ist auch der Cover-Text auf der UFA-Videocassette:
„Die Freude über die große Erbschaft schlägt schnell in blankes Entsetzen um. Helen und Bob werden immer tiefer in einen mystischen Strudel aus Geisterbeschwörung, schwarzer Magie und Okkultismus gezogen. Die teuflischen Nachbarn aus dem Reich des Todes inszenieren ein grausames Spiel, aus dem es kein Entrinnen gibt."
Die Handlung des Films dreht sich um das junge Ehepaar Helen und Bob Hewitt, dass ein Haus und eine größere Summe Geld von einer Tante geerbt hat. Das Geld soll irgendwo im Haus versteckt sein, aber niemand weiß wo. Die beiden ziehen in das luxuriöse Haus ein, um nach dem Geld zu suchen. Schon bald geschehen unheimliche Dinge in dem Anwesen. Die Tante, die sich selbst umgebracht hatte, scheint von den Toten auferstanden zu sein und treibt ein böses Spiel mit Helen. Ein paar sehr seltsame Nachbar versetzten Helen ebenfalls in Angst und Schrecken. Eines Nachts wird Bob vor den Augen von Helen von den Nachbar getötet. Bei diesen Menschen handelt es sich augenscheinlich um Untote, die alle irgendwann Selbstmord begangen haben und nun im Hause herumspuken. Der Mord an Bob ist aber nur vorgetäuscht, um Helen ebenfalls in den Selbstmord zu treiben. Bob hat sich auf das Spiel eingelassen, da ihm dafür das versteckte Geld versprochen wurde. Im letzten Moment bekommt Bob aber Gewissensbisse und er rettet Helen, als diese sich gerade, unter dem Einfluss der bösen Nachbarn, die Pulsadern aufschneiden will. Es folgt eine heftiger, blutiger Kampf zwischen Bob, Helen und den Spukgestalten, die dabei alle endgültig den Tod zu finden scheinen. Aber auch Bob muss sein Leben lassen. Kurz darauf ist Helen auf dem Rückflug in Ihre Heimat, als Sie bemerkt, dass es sich bei einem Teil ihrer Mitreisenden um die scheinbar getöteten Nachbarn handelt. Und auch Ihre Tante winkt ihr von einem Platz im Flugzeug freundlich zu...
RUHE IN FRIEDEN ist ein ziemlich müder Mystery-Thriller um eine Erbschaft, ein unheimliches Haus und eine Gruppe scheinbar untoter Erbschleicher. Die undurchsichtige Story bewegt sich dramaturgisch auf unterstem Niveau und der Regisseur reiht die Szenen ohne erkennbaren Rhythmus und teilweise gänzlich ohne logischen Zusammenhang aneinander. Es gelingt dem Film nicht im geringsten, in den 83:43 Minuten, so etwas wie Spannung aufkommen zu lassen oder andere Gefühlsregungen als Langeweile und Frust herauf zu beschwören. Die völlig absurden und haarsträubenden Plot-Twist, die uns das Drehbuch hier im Laufe des Films auftischt, sind an Blödsinnigkeit kaum zu überbieten.
Die beiden unfähigen und unsympathischen Hauptdarsteller rauben dem Zuschauer zudem schon nach wenigen Minuten den letzten Nerv, und weder Hollywood-Altstar Dorothy Malone in einer kleinen Rolle als Erbtante, noch der unverwüstliche Jack Taylor als blinder Nachbar gewinnen genug Profil, um das Ganze noch retten zu können. Das völlig überflüssige und klischeehafte Twist-Ending ist schließlich der letzte Sargnagel für diesen von Anfang an hirntoten Film des Spaniers Jose Ramon Larraz, der sich hier wohlweislich hinter dem Pseudonym „Joseph Braunstein" verbarg.
Während der unscheinbare Hauptdarsteller Scott Thompson Baker vor allem mit langjährigen Rollen in Daily-Soaps sein Geld verdiente, so z.B. in General Hospital, All My Children oder Reich und schön, hat Lorin Jean Vail laut IMDB gerade mal noch 4 weitere Credits in den 80er Jahren vorzuweisen. Niemand hat sie seitdem vermisst. Neben Jack Taylor sind mit Patty Shepard, Fernando Bilbao und Tony Isbert noch weitere Darsteller dabei, die aus diversen spanischen Genrefilmen (vor allem aus den 70er Jahren) bekannt sind.
Der Abspann des Films listet zahlreiche, angeblich an der Herstellung des Films beteiligte Techniker auf, doch laut IMDB haben die meisten von diesen keinerlei weitere Credits in der Filmindustrie vorzuweisen. Einiges deutet darauf hin, dass die meisten dieser amerikanisch klingenden Namen frei erfunden sind, möglicherweise aus finanziellen (steuerlichen) Gründen, um den Film wie eine US-Produktion aussehen zu lassen. Das ist aber nur Spekulation.
Die UFA Video-Cassette kam 1989 auf dem Markt und ist mit einem FSK 18 Logo gekennzeichnet. Dennoch wurde die deutsche Fassung leicht gekürzt, wobei vor allem einige Gewaltspitzen entfernt wurden.
Auf DVD scheint der Film bisher nicht veröffentlicht worden zu sein. In den USA kam kürzlich eine Blu-ray des Films auf den Markt, die mit einem extrem hässlichen Cover veröffentlicht wurde.
Wie heißt es auf der UFA-Cassette doch so lapidar: „Ein Film aus einer unbekannten Dimension. Der gesunde Menschenverstand sagt uns, daß es das nicht gibt. Aber was passiert, wenn wir uns irren?"
Aus der Werbung (Video):
Die grausame Rache einer Toten
Erben heißt sterben