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Dario Argento is back. Endlich hat der Meister sich zu seinen Tugenden zurückgewandt und einen Giallo aller erster Güte gedreht.

Der Film beginnt in der Vergangenheit, es geht um den sog. Zwergenmörder, der diverse Frauen getötet hat. Später wurde dieser Fall aufgeklärt. Ca. 20 Jahre später sieht es aus, als ob der Zwerg oder der Geist des Zwerges zurückgekehrt ist. Der aus dem Dienst geschiedene Kommissar Moretti, welcher vor 20 Jahren den Zwergenmord aufgeklärt hat, und ein Mann, dessen Mutter damals vom Zwerg getötet wurde, nehmen auf eigene Faust die Ermittlungen auf. Bis sie ggfs. den Täter finden, müssen noch viele Menschen sterben...

Nach seinem wahrscheinlichst schwächsten Werk (s. Phantom der Oper) geht Dario Argento quasi back to the roots und liefert wieder einen Giallo ab.
Gut, die Zeiten haben sich verändert, man darf kein Profondo Rosso oder gar Tenebre mehr erwarten. Und gerade deshalb ist „Non ho Sonno“ ein guter Giallo geworden.

In der Hauptrolle hat Argento sogar den recht bekannten Max von Sydow als alternden Kommissar verpflichten können. Sydow ist auch die Einzige bekannte Person, von der man mal was gehört hat, der Rest sind unbekannte italienische Schauspieler, die hier zumindest keiner kennt.
Trotzdem machen sie ihre Sache ganz passabel, wobei man hier wieder das typische Problem hat bei Argentoschen Filmen, die Synchro. Auch hier spricht allein von Sydow englisch, der Rest wurde gedubbed, und dies recht schrecklich. Die italienische Synchro, natürlich auch wieder ein Dubbing, ist viel besser gelungen und überzeugt mehr.

Kameratechnisch ist Argento wieder ganz der Alte. Wunderbare Kamerafahrten, besonders die Szenen im Zug sind einfach unverkennbar „argentolike“. Wir sehen aus einiger Entfernung ein flüchtendes Opfer in einem fahrenden Zug, neben fährt die Kamera mit, klasse, so was will man sehen.
Hinzu kommt wieder mal exzellente Musik der Gruppe Goblin, wie so oft in den Filmen des Italieners.
Auf die typischen Morde muss man hier natürlich auch nicht verzichten. Geht Argento aber nicht mehr so weit wie z.B. in Tenebre, so sind die Morde immer noch hart und recht einfallsreich. Teilweise wirken sie etwas billig, verfehlen aber nicht ihre Wirkung. Der finale Effekt ist dafür ausgezeichnet und stellt so manch ähnlichen Effekt deutlich in den Schatten.


Fazit: Wer Giallos und/oder Argento mag, wird hier endlich wieder damit bedient, was man vom Meister sehen will. Eine recht gute Story, Kamerafahrten par excellence und harte F/X. Spannend ist „Non ho Sonno“ auch, so dass man hier bedenkenlos zugreifen kann.

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