Das Review bezieht sich auf die SPIO/JK geprüfte Version (deutsche RC2 DVD). Auch diese ist nicht gänzlich ungeschnitten, soll aber dem allgemeinen Tenor nach nicht mehr sinnentstellt sein.
Ich fange mal mit dem negativen an. Der Film nutzt einen etwas eigenwilligen Drehstil, der nicht immer professionell erscheint. So macht z.B. die erste Viertelstunde eher den Eindruck eines B-Movies, auch später merkt man an einigen Stellen deutliche eine per Hand geführte Kamera, dessen Begleiter besser einen Drink mehr zu sich genommen hätte, um ruhiger zu werden. Die Storyline selbst hat interessante Ansätze, ist teilweise aber auch sehr unlogisch, um das Wort hanebüchen zu vermeiden. Wenn man bei dem Täter aber hellseherische Fähigkeiten annimmt, läßt sich einiges dann erklären. Wer den ganzen Teeny-Horror von Scream und Konsorten mag und die Stories logisch findet, wird mit Sleepless allerdings auch keine Probleme haben.
Die Besetzung des alten Kommissars mit Max von Sydow ist sehr gelungen, der Rest eher weniger - von einigen italienischen Schönheiten abgesehen, die (fast) alle aber nur kurze Auftritte als Opfer haben und diese auch halberlei gut bewerkstelligen. Die teilweise etwas unglücklich wirkende Besetzung fällt aber kaum auf, da die Charaktere leider eh nicht entwickelt werden. Hier verliert der Film fiel, eine Identifizierung mit Figuren des Films in welcher Art auch immer fällt sehr schwer. Es sind vor dem Film Fremde, nach ihm auch.
Hinsichtlich der Darstellung ist der Film, für Dario Argento wohl nicht untypisch, auch den einfachen Weg gegangen. Statt einer düsteren, subtilen Grundstimmung steht explizite Gewaltdarstellung auf dem Programm. Also kein Film noir, sondern Film red. Die DVD Hülle ist rot, das Menü auch und auch sonst noch so einiges. Freunde des Slasher-Films dürften aber nicht auf ihre Kosten kommen.
Offen gestanden fällt es mir schwer, wirklich positive Aspekte herauszustellen. Aus diesem Grund wundert es mich umso mehr, dass mich der Film trotzdem die knapp zwei Stunden irgendwie gefesselt und gut unterhalten hat. Vielleicht lag es neben des eigenwilligen Stils und dem prinzipiellen Wunsch rauszukriegen, wer da fleissig im Film rumschlitzte, an der sehr passenden Filmmusik, die mal dominant war, mal im Hintergrund blieb, aber irgendwie zu jeder Zeit passend war. Es bleibt ein Rätsel.
Fazit: war mal interessant, ein zweites Mal muss man ihn eigentlich nicht sehen.