Review

1983 Turin: Eine Frau wird in einem Keller brutal ermordet. Tatwaffe: "Englisches Horn".
Die PROFONDO ROSSO Situation: Zeuge: Der Sohn. Der ermittelnde Kommissario (Max von Sydow) verspricht dem völlig verstörtem Kind nicht eher zu ruhen als bis dass der Mörder ermittelt wird. 17 Jahre später entdeckt eine Prostituierte geheime Aufzeichnungen, Zeitungsschnippsel, etc., was sie quasi zum Tode verurteilt. Quälend langsam wird der Zuschauer zum Zeugen ihrer Hinrichtung in einem fast menschenleerem Zug der durch die italienischen Vorstädte rauscht.
Und GOBLIN macht die Musik dazu und Sergio Stivaletti darf auch wieder kräftig mitmischen.

Nachdem ich nun seit einem Jahr auf das Gerücht einer Ankündigung eines eventuellen Kino Starttermins vergeblich gewartet habe, sah ich eben seine Premiere im Rahmen des Fantasy FilmFest und bin sehr mit dem Gesehenem zufrieden. Der Film ist abgebrüht, man könnte glauben, die ganze Zeit zu wissen wer der Killer ist ............, aber sieht man (n) nicht gerade einen Argento Streifen der schon vom GOBLIN Score den Kenner ein Deya Vu nach dem anderen beschert ?
Nicht die blaue Iris wird diesmal zum Verhängnis und Auslöser einer Mordserie sondern eine blaue "Akte". Keine zermatschten Eidechsen aber ein goldener Füller als Mordwaffe. Argento ist bildgewaltig wie eh und je !
Treffendes Zitat aus dem FFF Katalog: "So konsequent als hätte der Meister einen Film in der Schublade vergessen, irgendwann zwischen TENEBRAE und PHENOMENA" Stimmt, doch diesmal schneidet er die Fingerkuppen in Grossaufnahme.
Fazit: Neo Giallo, der erneut Masstäbe setzt, vom einzigen Regisseur der Welt, der das Recht hat so schamlos Filme von Dario Argento auszuschlachten.
10 von 10 Punkten.

(7.8.2001)
VAMPYR

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