Nicht lesen wenn sie den Film nicht gesehen haben, es aber noch vorhaben!
Falls sie mal sehen wollen, wie ein richtiger Sherlock Holmes aussieht, dann gucken sie sich Die Kralle an. Basil Rathbone und Nigelbruce als Homes und Watson, sicherlich eine altbewährte Strategie, die auch dieses mal wieder blüht.
In einem Dorf am Moor werden Leute umgebracht, meistens sind die Spuren nur Verletzungen einer vermeintlichen Kralle. Und wie es halt in Dörfern so ist, glauben die Bewohner mal wieder an Geister und Ungeheuer, angestachelt wird das alles ebenfalls durch merkwürdige Sichtungen im Moor; leuchtende Geister, die Holmes selbst sieht. Aber Holmes wer kein Meister seines Fachs, wenn er auch hier nicht dahinter kämen würde.
Ein Bein gestellt hat man sich mit der Story schon. Ich meine, am Ende ist der Mörder doch tatsächlich der Postbote. Aber das war nicht deswegen schon vorhersehbar, nein. Der Postbote war einfach die am ausführlich gestrickteste Nebenrolle im Film, es wurde beinahe alles darauf aufgebaut, dass sie uns sympathisch rüberkommt, aber diesmal hat man leider alles ein wenig überzeichnet und so ist einem eigentlich schon relativ früh klar, wer denn hier der Mörder ist, auch wenn einige verkehrte Fährten gelegt werden.
Basil Rathbone wie immer als arroganter Holms, ich möchte sagen, dass Rathbone wohl der beste Holmes war. Seine Nachfolger, allen voran Peter Cushing, waren zwar auch sehenswert, aber sie haben nie diese Gelassenheit von Rathbone rübergebracht, diese vermeintliche (entschuldigen sie den Ausdruck) "Leck mich an den Füßen" Einstellung gegenüber fast allen. Nigel Bruce als Watson hat sich eh schon lange in unsere Herzen gespielt, auch wenn er hier wirklich schon naiv-dämlich handelt und so z.B zweimal in das gleiche Loch fällt oder solche Knaller. Aber gerade das macht ihn doch liebenswert.
Fazit
Einer der besten Holmes der Rathbone-Ära. Leider etwas vorhersehbar, aber das macht die stimmige Atmosphäre und die gut aufgelegten Schauspieler locker wett.
8/10