Review

kurz angerissen*

Der achte Film der Holmes-Serie um Basil Rathbone markiert eine plötzliche Rückkehr zu den atmosphärischen Vorzügen des ersten Films. Ein schrecklicher Mord, ein Dorf in Angst und Schrecken, übernatürliche Präsenzen, nebelverhangene Felder und jeder verdächtigt jeden. Arthur Conan Doyle stand diesmal nicht Pate, Drehbuchautor Paul Gangelin hat sich aber offenbar mächtig vom "Hund von Baskerville" inspirieren lassen (und wer weiß, vielleicht auch ein wenig von "Der Unsichtbare"). Weil der Gegenspieler sich hinter geheimnisvoll leuchtenden Silhouetten verbirgt, greift auch Holmes zu den Waffen der Verwirrung, was schlussendlich in ein Whodunit-Fest der explodierenden Überraschungen mündet, stets natürlich garniert mit einem altklugen Spruch des Meisterdetektivs, der an seiner Selbstsicherheit wie gewohnt nie einen Zweifel lässt.

Mit dem im Original "scharlachrote Kralle" getauften Mordinstrument drückt der Schwarzweißfilm außerdem eine Sehnsucht nach Technicolor aus und lässt das Dingsymbol alleine kraft der reinen Ikonografie kräftig leuchten, wo immer es aus dem Bild ragt. Über fehlende Spannung darf man sich nicht beklagen, die hängt tief wie eine Zeltdecke. Kein Wunder, dass "Die Kralle" einen der beliebtesten Beiträge der Reihe darstellt, auch wenn ihm vielleicht der Mut und die Originalität ein wenig abgehen, die das vorangegangene Werk "Das Spinnennest" ausgemacht haben.

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