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Die zweite Holmes-Verfilmung mit Basil Rathbone und Nigel Bruce sticht innerhalb der vierzehnteiligen Reihe etwas durch seinen wenig aussagekräftigen Titel hervor, denn Abenteuer? Das ist ein weites Feld und wird durch die Tatsache gestützt, dass Holmes es hier mit gleich zwei Verbrechen zu tun hat, die auf das Konto seines Erzfeindes Prof. Moriarty gehen.
Dadurch ist zwar Abwechslung garantiert, doch ein Mitfiebern nur schwer ermöglicht, da aufgrund diverser Drehbuchkürzungen einige Logiklöcher ins Gewicht fallen.

Gleich zu Beginn erfährt man nicht, mit welch ominösen Alibi Moriarty der Anklage des Mordes freigesprochen werden kann, obgleich Holmes ein wenig zu spät mit eindeutigen Beweisen in den Gerichtssaal hastet.
Noch in der gemeinsam verbrachten Fahrt in der Kutsche deutet der Schurke weitere Taten an und stellt Holmes auf eine harte Probe, denn er will den Detektiv mit seinen eigenen Waffen schlagen…

Toll ist natürlich die klassische Umgebung der Fälle. Londons Straßen um 1895 im Nebel, fahles Licht der Laternen, zwielichtige Kutscher und eine immer wiederkehrende Todesmelodie auf der Flöte gespielt verleihen dem Geschehen eine recht dichte Stimmung.
Moriarty hat es auf die Kronjuwelen im Tower abgesehen, wofür er sogar Hinweise streut, die der Meisterdetektiv jedoch als größenwahnsinnig abstempelt. Dabei kalkuliert der Bösewicht exakt Holmes´ Denkweise, denn parallel werden eine junge Frau und ihr Bruder bedroht, an einem bestimmten Tag ermordet zu werden, worauf Holmes wesentlich stärker anspringt.
So kann Moriarty lange Zeit mit dem Detektiv spielen und ist ihm stets einen Schritt voraus.

Durch eine gewisse Vorhersehbarkeit kommt allerdings nie eine miträtselnde Spannung auf, da von vornherein feststeht, wie der Verbrecher vorgehen wird und wann welcher Schritt auf den nächsten folgen wird. Auch wenn Holmes in Ansätzen intelligent kombiniert, Watson einige Male zum tollpatschigen Esel degradiert und sogar eine muntere Varietee-Nummer auf der Bühne abliefert, so ergeben die Zutaten noch kein so rundes und vor allem charmantes Bild ab, wie es in späteren Episoden unter der Regie von R.W.Neill der Fall ist.

Dennoch bietet dieser Streifen so einige Anreize und seien es nur die toll harmonierenden Darsteller, die stimmige Atmosphäre oder das ordentlich flüssige Erzähltempo (trotz einiger ungünstiger Kürzungen).
Da erkennt Holmes bereits am Türklopfen wer gleich eintreten wird, versucht per Zupfen an der Geige einen Ton zu finden der Fliegen vertreibt und ist stets präsent, wenn das potentielle weibliche Opfer in Ohnmacht fällt.
Als Einstieg dieser Reihe durchaus zu empfehlen, auch wenn diese deutlich bessere Episoden beinhaltet.
7 von 10

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