Sherlock Holmes' Erzfeind Professor Moriarty entgeht einer Verurteilung wegen Mordes, obwohl Holmes glaubt, eindeutige Beweise für seine Schuld zu haben. Moriarty plant sofort ein neues Verbrechen, erkennt aber, dass er dazu erst Holmes aus dem Weg schaffen muss. Ein rätselhafter Anschlag auf das Leben des Bruders einer Minenerbin dient als Ablenkungsmanöver für den Meisterdetektiv, während sich Moriarty daran macht, die Kronjuwelen zu stehlen.
Die Abenteuer des Serlock Holmes ist der zweite Spielfilm rund um den wohl berühmtesten Detektivs der Welt in der hervorragenden Rathbone/Bruce Verkörperung. Leider vermag der Film nicht an den tollen Vogänger um den Baskerville Hund heranreichen, was besonders an den Kürzungen liegt die vorgenommen wurden und einige Subplots unaufgelöst zurücklassen, die beim zuschauen doch einen Nachgeschmack hinterlassen.
Dabei haben die Abenteuer beste Vorraussetzungen, als Gegenspieler ist wieder Professor Moriarty am Start, die beiden würdigen sich sogar als ebenbürtige Kontrahenten und die Duelle der Masterminds sind soweit Klassiker der Literatur. Der Professor kündigt bei einer gemeinsamen Kutschfarht das perfekte Verbrechen an, das sogar Holmes alt aussehen läßt. Dazu konstruiert er ein groß angelegtes Ablenkungsmanöver, das Holmes volle Aufmerksamkeit bindet, indem er eine Familie mit mysteriösen Schreiben bedroht, einen der Erben umbringt und einer jungen Dame ebenfalls den Tod androht. In Wirklichkeit will er jedoch die Kronjuwelen aus dem Tower mopsen.
Der Zuschauer hat dabei einen deutlichen Wissensvorsprung, da Moriarty gleich zu Beginn seinen Plan einem Diener offenlegt, was der Story ein wenig an Spannung nimmt. Zudem ist sein Schauspieler doch ziemlich farblos und wurde in späteren Folgen auch neu besetzt. Dafür bilden Rathbone und Watson wieder das perfekt zusammengesetzte Duett aus brillantem Hirn und tapsigen Sidekick (was auch für die Polizei gilt) sehr gut. Nur der eingeführte Hausjunge, der mal Sherlocks Nachfolger werden soll ist, ziemlich überflüssig und wurde von den Drehbuchautoren zum Glück später nicht mehr berücksichtigt. Auch eher befremdend ist die Musik und Tanznummer, fällt aber eigentlich in die Sparte Kuriosum.
Der Film hat zwar nicht ganz die Finesse, wie spätere Folgen, Holmes hat auch hier brillante Schlußfolgerungen parat, aber eher wenige. Ich mag einfach die Szenen in denen er aus einem Zahnstocher, die Größe, Haarfarbe und den Geburtsort bestimmen kann, was hier doch etwas unter den Tisch fällt. Auch die Story hat ihre deutlichen Schwächen, so verplempert Moriarty Stunden (zumindest nach der Zeitlinie der Ereignisse) um seine Beute zu sortieren, das keiner auf Bolos als Mordwaffe gekommen ist wundert auch, das junge Mädel schafft es nicht die acht entscheidenden Minuten bis Mitternacht geschützt oder wenigstens in Gesellschaft rumzukriegen, warum brauchen die Towerbewacher überhaupt noch drei läppische Polypen zum Schutz obwohl da schon massenhaft Guards da sind und auch die Story um den zwielichtigen Anwalt bleibt unaufgelöst. Sorry aber sowas sind Lücken, die ich einfach nicht erwarte.
Sicher haben die Abenteuer auch ihre spannenden Seiten, aber im Gesamtblick gesehen, bleibt maximal eine durchschnittliche Episode. Zum Glück bessert sich das im Laufe der 14 Filme aber noch, auch wenn der eine oder andere Aussetzer dort auch nicht ausbleibt.
6/10