Selbst 1939 war "Der Hund von Baskerville" - jenes geniale Werk des legendären Autors Sir Arthur Conan Doyle - durch etliche Verfilmungen schon bekannt wie ein bunter Hund. Nun schreit so eine Vorlage aber nach einer Verfilmung, die wirklich breite Massen anspricht und auch gepflegt gruselt.
Und so feierten Basil Rathbone und Nigel Bruce ihren phänomenalen Einstieg als Sherlock Holmes und Dr. Watson, und sollten damit zu den bis heute besten Darstellern des berühmten Dous werden. Nun hat man schon zwei grundsympathische Darsteller, jetzt muss nur noch die Handlung stimmen. Hier hat man sich größtenteils an die Vorlage gehalten, ab und zu aber auch mal des Effekts wegen etwas hinzugefügt.
Wie es Filme Anno 1930er so an sich haben, ist auch dieser Vertreter überaus atmosphärisch geraten. Gleich zu Beginn wird man ins Geschehen geworfen, noch bevor irgendeine Präsentation von Charaktern stattfinden kann. Der Hund wütet sich durchs Moor und scheint eine tatsächlich lebende, schreckliche Legende zu sein. Es dauert wiederum nicht lange, bis Sherlock Holmes gerufen wird - Sir Charles Baskerville ist tot, und Holmes soll nun dem Fall auf den Grund gehen. Kann es wirklich ein monströser Hund sein, der die Baskervilles tötet?
Ohne große Längen läuft der Film ab, hat seine altersbedingten, aber nicht schlimmen Leerläufe (Die sich in der Liebesgeschichte zwischen Henry Baskerville und Beryl Stapelton äußert) und unterhält meist auf guter Basis. Teilweise sieht man Rathbone und Bruce noch an, dass dies ihre erste Zusammenarbeit als Holmes und Watson ist, aber das verzeiht man ihnen, laufen sie doch gegen Ende zu altbekannter Höchstform auf. Schade nur, dass Dr. Watson hier nicht die selbe Synchronstimme spendiert bekam wie in den restlichen Filmen der Holmes-Serie.
Es gibt keine großen Mankos festzustellen, nur wirken einige, extra für den Film erfundenen Szenen etwas bemüht, bzw. sind ohne großen Nutzen für die Handlung. Die Seance mit Mrs. Mortimer als Medium ist zum Beispiel eine dieser Szenen, die einem nicht so richtig schlüssig vorkommen - weil sie eben nichts bedeutenes zur eigentlichen Geschichte beitragen, sondern nur versuchen, noch etwas gruseligen Spuk ins Geschehen zu bringen.
Fazit
Ein mehr als gelungenes Debüt von Rathbone und Bruce als Holmes und Watson. Dieses Werk besitzt ein unglaublich hohes Maß an Atmosphäre, kann kaum langweilige Szenen vorweisen und unterhält besonders gegen Ende auf genial-charmante Weise. Zweifelsohne ein Klassiker.
8/10