Harry kommt nach LA, um in einem Film mitzuspielen und trifft bei einer Party seine Jugendliebe. Als er zu Recherchezwecken einen Privatdetektiv begleitet, geraten die Drei in ein Mordkomplott.
Kennt ihr das, dass ihr einen Film seht, der wirklich vieles richtig macht, und dennoch der Funke nicht so wirklich überspringen will? Kiss Kiss Bang Bang ist für mich so ein Film.
Mit Robert Downey Jr., dem wirklich großartigen Val Kilmer, der bezaubernden Michelle Monaghan, Corbin Bernsen, dem unterschätzten Dash Mihok und Rockmond Dunbar hat der Film einen tollen Cast zu bieten, die scheinbar Spaß beim Dreh hatten und ihre Rollen auch gut rüberbringen.
Auch technisch ist der Film überaus gelungen. Shane Black inszeniert versiert, wie üblich zu seiner Lieblingszeit Weihnachten. Die Kamera arbeitet sauber, der Soundtrack ist nice, alles fein. Die Action funzt und ist sauber eingefangen.
Sogar das Drehbuch passt weitgehend, wobei die Spur mit der Unterwäsche mir nicht einleuchten mag und etwas arg konstruiert erscheint. Aber vielleicht hab ich das auch nur nicht gecheckt, ist möglich. Immerhin funktionieren mehr als nur eine Handvoll der Gags, manche Situationskomik ist sogar echt klasse.
Was also stört mich?
Ich bin tatsächlich nicht ganz sicher. Der Film hat mich einfach nicht packen können. Die Figur des Harold war mir nicht sympathisch genug, um mitzufiebern und vielleicht war mir das ganze Komplott auch zu kompliziert, also zu überkonstruiert mit Doppelgängern, zig Killern und diversen Notsituationen, bei denen die Polizei kaum Präsenz zeigte.
Auf jeden Fall war der Film deutlich zu lang und im Mittelteil ab und an ein wenig zäh.
Und um noch einen konkreteren Finger draufzulegen, die Sache mit dem Finger war ziemlich anstrengend und nervig.
Als Action-Comedy okay, aber kein Brüller. Dafür aber mit einem tollen Val Kilmer und Michelle Monaghan. Lohnt sich anzuschauen, muss aber nicht ins Regal. Dass Shane Black besseres zu Papier gebracht hat, zeigen Lethal Weapon, Tödliche Weihnachten und Last Boy Scout.