Matt Damon und Heath Ledger gehen in Deutschland auf Gespensterjagd.
Story:
Im Deutschland des 19. Jahrhunderts lebten die Brüder Jake (Heath Ledger) und Will Grimm (Matt Damon), die aber nichts oder nur wenig mit den berühmten Märchen-Autoren gemeinsam haben. Vielmehr verdienen sich die beiden Ihr Geld, indem sie der abergläubischen Landbevölkerung Hexenaustreibungen und Ähnliches vorgaukeln. Natürlich wird dies alles mit der damals besten verfügbaren Technik durchgeführt, so dass die Illusion nahezu perfekt ist und die Brüder recht sorgenfrei leben können. Bis der französische General Delatombe (Jonathan Pryce) hinter den Schwindel kommt. Der zwingt sie, ins abgelegene Dorf Marbergen zu reisen, denn dort verschwinden seit geraumer Zeit immer wieder junge Mädchen. Zuerst glauben die beiden noch an einen Schwindler, der sich ähnlichen Methoden bedient, werden aber schon bald eines besseren belehrt...
Die filmische Umsetzung der Grimm-Brüder hat wenig mit den realen Vorbildern zu tun, sondern lässt sie als eine Art Kinder-Van Helsing böse Geister und sonstige Spukgestalten austreiben. Während bei "VH" eben sämtlich halbwegs bekannten Monster zum Zuge kommen, wuseln hier die berühmten Märchengestalten über die Leinwand. Neben Hänsel und Gretel, Rotkäppchen dürfen auch Motive aus Aschenputtel, Dornröschen und Schneewittchen nicht fehlen, die alle mehr oder weniger gelungen in die Story eingebunden wurden. Natürlich haben die Figuren relativ wenig mit ihren Rollen in den Märchen gemeinsam, sondern dienen nur als Aufhänger, um dem Brüderduo einen Grund für ihre Mission zu geben.
Die kommt im Übrigen erfreulicherweise ziemlich schnell in die Gänge. Nach einer kurzen Einleitung in der Kindheit der Brüder dürfen wir ihnen auch schon bei ihrer ersten "Hexenaustreibung" zusehen, die zwar zunächst planmäßig erfolgreich verläuft, dann aber von dem erwähnten Franzosengeneral als Schwindel enttarnt wird. Sobald die Brüder dann in Marbergen ankommen, wird nur noch auf's Gaspedal getreten und die Specialeffects geben sich die Klinke in die Hand.
Da wäre auch schon ein Knackpunkt. Die Effekte können sich zwar durchaus sehen lassen, es wird aber oft auf den ersten Blick schon klar, dass hier sehr viel CGI zum Einsatz kam. Während die Waldkulissen durchaus zu beeindrucken wissen, wirken einige Effekte (wie die immer wiederkehrenden und für mich völlig sinnlosen Käfer) ziemlich künstlich. Überhaupt merkt man halt, dass der Film doch eher auf jüngeres Publikum ausgerichtet ist. Zwar gibt es einige wenige (halbgare) Schockeffekte und ganz zum Schluss fließt auch etwas Kunstblut, alles in allem ist die Chose aber jugendfrei PG13-tauglich inszeniert worden. Das wird deutlich an dem Werwolf, der mit seinem Kollegen aus "VH" nicht mithalten kann und fast schon wie ein zahmes Schosshündchen daherkommt. Wie auch immer, den Kiddies dürfte es zweifelsfrei gefallen, was da so passiert und es gibt fürwahr wesentlich schlechtere Filme, die ab 12 Jahren freigegeben sind.
Das Duo Damon/Ledger spielt das Brüderpaar sehr gut, mit vielen witzigen Onelinern auf den Lippen, ebenso wie Actionhelden heutzutage zu sein haben. Die Nebenrollen sind mit Monica Belluci als böser Königin, Peter Stormare als trotteligem italinischem General und Lena Headey als tougher Jägerin Angelika gut besetzt. Bei Stormare wurde nur bei der Synchro etwas arg übertrieben, so dass sein extremer italienischer Akzent mit der Zeit doch eher nervt als erfreut.
Fazit: Die Grimms mal ganz anders, aber dennoch gut. Zwar sehr kindgerecht inszeniert, kann der Film aber auch für erwachsene Zuschauer interessant sein. Natürlich wäre es besser gewesen, wenn die Atmosphäre insgesamt düster wäre und der Film an sich brutaler ausgefallen wäre, aber man kann halt nicht alles haben.
7 von 10 Punkten