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Das Kindermädchen Alicienne kommt bei den Nordons an, wo sie auf die kleine Rosalie aufpassen soll. Die erfreut sich an den seltsamen Schauermärchen, die ihr Vater belustigt über die Gegend erzählt, was die junge Frau stutzig macht, doch kaum verschreckt. Der benachbarte Friedhof, den Zombies bevölkern, eine bewaldete Landschaft, in der fast ständig der Wind pfeift sowie eine Familie nach dem Tode der hysterischen Mutter bilden die Kulisse für einen kleinen, schmutzigen US-Film in Italomanier, dem man seinen Sparetat stets ansieht. Für das Fehlen jeglicher bekannter Namen kann die Geschichte um das Horrorkind mit seiner klassischen Atmosphäre punkten, die Nebelmaschine läuft auf Hochtouren. Eine mittelschwere Katastrophe ist hingegen die deutsche Synchro und die durchsichtige Story, da dem Zuschauer natürlich klar ist, dass die Hände in den Büschen nicht zu Tieren gehören. Wer nun auf blutige Unterhaltung hofft, da es sich um untote Wiederkehrer handelt, kann diesen Billigflick weitgehend vergessen, da nur gelegentlich das ein oder andere Auge herausgerissen gezeigt wird, ein Spezialeffekt, auf den man sichtlich stolz ist. Hauptsächlich setzt Regisseur Robert Voskanian in seinem einzigen Film auf eine ungewöhnliche Kamera, auch mal aus der Hand, um das faserige Drehbuch in ruppiger Art umzusetzen. Etwas stutzig macht die Idee, das kleine Mädchen würde regelmäßig nachts ihre "Freunde" besuchen, komische Sitten sind das. Dafür zeichnet sie wie ein ausgebildeter Cartoonist, doch wer erwartet schon großes Realitykino bei einer Location im Wald, durch die ein halbes dutzend Darsteller hempeln. Ungewöhnlich ist "The Child" hingegen schon, ein lupenrein auf dichte Atmosphäre angelegter B-Movie, der kaum so etwas wie eine Rahmenhandlung kennt. Das schwierige Unterfangen, dennoch eine Dramaturgie aufzubauen, meistert Voskanian mit seinen geringen Mitteln und ebensolchem Talent ganz passabel, in dem er von den Zombies zunächst nur wenig zeigt und statt dessen mehr auf unheimliche Momente baut. Der finale Angriff der für die damalige Zeit erstaunlich agilen Zombies mit ihren schäbigen Masken, wie vom mexikanischen Totenfest, unterstreicht dies und markiert neben dem Hauptthema des schrägen Scores, der vermutlich Katzenjammer heißt, bzw. zumindest klingt, einen weiteren Tiefpunkt.

Fazit: Obskurer Zombieflick ohne nennenswerten Bodycount, der stets zwischen kleinen, außergewöhnlichen Ideechen und und einer mülligen Umsetzung schwankt. 4/10 Punkten

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