Inhalt:
China, unmittelbar vor der bürgerlichen Revolution von 1911, die kaiserliche Herrschaft ist dem Untergang geweiht und etliche Provinzen sind bereits von den Japanern besetzt die die Schwäche des Kaiserreichs für sich nutzen. Der Geheimbund der "Bruderschaft der schwarzen Spinne" will die Revolution unterstützen, und der KungFu-Fighter und angesehene Wang Yung Ching (Carter Wong) steht der Bruderschaft vor.
Doch ist die Bruderschaft offenbar von einem Verräter agenturisch durchdrungen! Der Feind der Revolutionäre ist der von den Japanern in der Provinz eingesetzte "Protector" Lei Chin Tieng (James Tien). Diesem zur Seite steht die so intrigante wie überaus eitle Ming Su Wan (Hu Chin) und der angeblich von der Regierung entsandte Wu Hsa ("Frankie" Wai Wang). Zu diesen reaktionären Kollaborateuren scheint der Onkel von Wang Yung Ching bereits übergelaufen zu sein.
Lei Chin Tieng will die Rebellen in die Hand bekommen, die Bruderschaft ist längst verdächtig, und Lei hat es händeringend auf eine Liste mit den Namen aller Revolutionäre abgesehen. Diese will Wang Yung Ching an die Revolutionsführer entsenden, doch werden die Gesandten der Bruderschaft abgefangen.Und so gelangt die Liste in die Hände Lei Chin Tiengs. Der Verräter ist Fong Tien (Wang Chung-Shan)!
Lei Chin Tieng will die Liste "abarbeiten", die zuerst genannten Revolutionäre werden brutal getötet. Doch die Liste ist eine Fälschung, und Informanten der Reaktionäre wurden ´versehentlich fälschlicher Weise´ getötet.
Nunmehr lässt Lei Chin Tieng die Mutter von Wang Yung Ching entführen, und hat diesen somit in der Hand. Um seine Mutter zu retten, tötet Wang 3 der eigenen Leute, darunter einen Mönch (Chin Kang) der Shaolin, die in die Revolution eingebettet sind.
Doch der skrupellose Lei spielt falsch. Schließlich kommt es zum gnadenlosen Showdown, zum Kampf auf Leben oder Tod...!
Kritik:
Im Jahre 1977 drehte Regisseur Wang Hung-Chang diesen leider unter seinen sehr guten Möglichkeiten bleibenden Eastern, der trotz starker Atmosphäre und hochkarätigem Cast einen letztlich insgesamt schwächlichen Eindruck nach der Betrachtung hinterließ.
Hell-klare Bilder, überzeugende altchinesische Kulissen, sie bilden eine sehr schöne und gediegene Eastern-Atmosphäre, Stars des Genres agieren bemüht und solide. Doch durch eine gedehnte, umständliche und sich verzettelnde Story, die im Laufe immer verwirrender erscheint -zu spät klärt sich da einiges, doch kommen neue Wirren dann hinzu-, wird dies verwischt, und dieser Eastern unter seinen Möglichkeiten gehalten.
Dazu kann die zwar dann weitestgehend rasant-dynamische KungFu-Action, die sehr spät in diesem Eastern einsetzt, die Sache auch nicht mehr richtig hochreißen. Denn sie verzettelt sich bis ins Finale hinein wie die Story selbst auch, ein Verrat nach dem nächsten, wirr-irrationale Wendungen hinsichtlich der Loyalitäten der Protagonist:Innen und irreale Einlagen tun ein Übriges dazu, um "ShaolinIron Finger" leider weiter runter zu ziehen, punktum.
Tja, schade. Denn von den Bildern her, so atmosphärisch gesehen, und von den Stars her, war da mehr drin. Wenn die Story hakt, reißt die KungFu-Action die Dinge noch hoch, doch das gelingt nur bedingt.
Carter Wong ist der Held des Streifens, gesetzt im Auftreten und ein guter Charakter, doch kann auch er gegen das durchwachsen-schwächliche Script wenig ausrichten. James Tien ist der Villain, böse Aura mit brüchiger Männlichkeit, da seine Geliebte ein durchtriebenes, zum Betrug neigendes Luder ist. Tien spielt das bemüht, doch belächelt man fast diese Figur, was sicher nicht das Ansinnen der Regie ist.
Hu Chin, in ihrer Parade-Rolle als verrucht-durchtriebener, so eitler wie intriganter Vamp-Verschnitt mit Zigaretten-Verlängerung..., tja, sie nervt irgendwie mit ihrem Auftreten. Und es ist wie mit dem Vergleich "Was haben Alexandra Popp und eine Bahnhofs-Klobrille gemeinsam? Kein normaler Mann würde das eine wie das andere freiwillig anfassen.": Hu Chin würde ich auch nicht freiwillig anfassen.
"Frankie" Wai Wang, Leihgabe der Shaw Brothers in diesem Film, auch er wird in einem Twist fast sowas wie verheizt. Am Ende fallen die Loyalitäten, wie Mann seine Unterhose wechselt. Was den schwächlichen Eindruck noch erhöht. Der Rest des Ensembles verliert sich fast.
Die KungFu-Action: Tja, so ganz ohne Action sind die ersten 50 Minuten nicht, was ja manche -auch hier auf dieser website- bemängelten. Aber die Fights sind nicht hochklassig. Nach knapp einer Stunde zieht das etwas an, Highlights sind -auch atmosphärisch- die Kämpfe von Carter Wong gegen die eigenen Männer, in einer illustren Pagode gegen Chin Kang -der nach erstem Auftritt lange im Film abtaucht-, oder in einem Wasser-Pavillon mit langer Steg-Verbindung zum Festland. Durchaus starke Fightaction vor illustren Kulissen.
Doch im Finale verzettelt sich die Regie wie bei der Handlung, zuzüglich überzogen-irrealer Einlagen.
Die vielgescholtene Synchronisation kann indes meiner Meinung nach im Wesentlichen überzeugen. Synchron-Legende Klaus Kindler, der hier Carter Wong seine Stimme gibt, gehört zu den Highlights des Films.
"Shaolin Iron Finger" bleibt unter seinen Möglichkeiten, und hinterlässt einen unterm Strich schwächlichen Eindruck. Schade, denn da war mehr drin.
4,5/10.