Drei Gauner, gespielt von George Clooney, John Turturro und Tim Blake Nelson, brechen aus einem Gefangenenlager aus, um nach einem Schatz zu suchen, den einer der Gefangenen bei seinem letzten Raubzug versteckt hat. Auf dem Weg dorthin haben die drei einige merkwürdige Begegnungen.
"The Big Lebowski" schlug ein wie eine Bombe und avancierte schnell zum Kultfilm und schon stand die nächste Coen-Komödie an, die jedoch enttäuscht und auch später von "Ein (un)möglicher Härtefall", "Der unauffällige Mr. Crane" und "Burn after Reading" übertroffen werden sollte.
Bereits der Titel spielt auf Odysseus an, der auf seinen langen Irrfahrten mehrere Begegnungen mit den unterschiedlichsten Kreaturen und Ereignissen hatte und damit ist die Handlung des Films im Prinzip auch schon vollständig erfasst. Das größte Problem das sich daraus ergibt ist, dass der Film sehr episodenhaft geworden ist. Anders als bei den meisten anderen Coen-Komödien gibt es hier im Prinzip keinen roten Faden, an dem sich die Handlung entlangschlängeln könnte und so gibt es leider keinen dramaturgischen Aufbau, überhaupt keine Spannung und so legt man das Gelingen des Films leider allein in die Hände der Optik, der Gags und der Darsteller.
Die Optik ist durchaus gut gelungen. Der Film ist faszinierend bebildert, mit einer verspielten Farbgebung und gewohnt guter Kameraarbeit, wobei die Optik allein den Film nicht über die volle Laufzeit tragen kann. Gags gibt es diesmal leider zu wenige. Es scheint so, als würden die Coens mit aller Macht einen niveauvollen Film abliefern wollen, es fehlen einfach typisch simple Gags, die alles ein bisschen auflockern und so ist der Unterhaltungswert leider nur solide und nicht mehr, da die Dosierung der amüsanten Stellen einfach zu niedrig ausfällt. Die Filmmusik ist zwar gut gewählt, allerdings ist sie klar überdosiert, sodass sie spätestens im Mittelteil zu nerven beginnt, da es kaum ruhige Momente gibt.
Stellenweise sind noch ein paar innovative, eigenwillige Innovationen, wie man sie von den Coen-Brüdern kennt dabei. Der Blick auf das Amerika der 30er Jahre hat stellenweise ein paar nette, ironische Ansätze, teilweise wird der Film dabei poetisch und unterhält mit ein paar, nicht so gut ins deutsche synchronisierten Wortwitzen, aber enttäuschend ist die neue Arbeit der Coens dennoch.
George Clooney, den man zum Zeitpunkt des Films beinahe ausschließlich aus coolen und stilvollen Rollen kannte, spielt die Rolle des liebenswerten Trottels unerwartet stark, womit er sich seinen Golden Globe für die Rolle redlich verdient hat, ungewohnt wirkt er in dieser Deppenrolle dennoch. John Turturro, der schon in "The Big Lebowski" unter der Regie der Coens zu sehen war, zeigt sich in bester Spiellaune und belustigt teilweise mit seinem Slapstick und einer Grimmasenschneiderei, wie man sie von Jim Carrey kennt. Tim Blake Nelson spielt solide, geht aber neben Clooney und Turturro unter. Der restliche Cast, in dem vor allem John Goodman einige Gags auf seinem Konto verzeichnen kann, ist ebenfalls gut.
Fazit:
Die Story ist leider unzusammenhängend und episodenhaft und die daraus resultierenden Längen können leider nicht mit ausreichend Gags gefüllt werden, da die Coen-Brüder enttäuschend wenige Gags vom Stapel lassen. Mit der guten Optik, den spielfreudigen Darstellern und ein paar innovativen Einfällen macht der Film zwar noch einiges an Boden gut, zu wenig ist es dennoch.
55%