Die Coen-Brüder sind für ihre skurril-komödiantischen Filme bekannt und enttäuschen uns auch mit "O Brother, Where Art Thou?" nicht. Mit Homers Epos "Odyssee" als Inspiration ist der Coen-Witz stellenweise hier jedoch etwas schwer verständlich.
Nach einem stilistisch sehr ansprechenden Vorspann begleiten wir schon bald die drei Knastbrüder Ulysses (George Clooney), Delmar (Tim Blake Nelson) und Pete (John Turturro) auf ihrer Flucht. Fortan stolpern sie von einem Abenteuer ins nächste, wobei ihnen die Staatsgewalt immer auf den Fersen bleibt. Aus den Irrfahrten des Odysseus dürfte das Antreffen verführerischer und todbringender Sirenen noch ebenso bekannt sein, wie der sagenumwobene Zyklop. Dies und mehr findet man hier aneinander gereiht und liebevoll in die Zeit der Weltwirtschaftskrise verpackt wieder, sodass der ganze Film mit seiner grellen Optik, die sehr warme Bilder erzeugt, eine märchenhafte Wirkung besitzt.
Mit den nur allgemeinen "Odysseus"-Kenntnissen wird man allerdings nicht alle Anspielungen verstehen - so ging es auch mir. Trotzdem gibt es aber immer noch genug herrliche Dialoge, witzige Wortspielchen oder andere amüsante sprachliche Raffinessen, auch wenn sie nicht ganz so gut zünden wie bei "The Big Lebowski" oder dem schwarzhumorigen "Fargo". Neben ihrem Humor können Joel und Ethan Coen auch wieder durch ihre Inszenierung überzeugen. So präsentieren sie, wie bereits erwähnt, glänzende Bilder oftmals begleitet von Gospel, Worksongs, Blues oder Country-Musik. Dazu filmt die Kamera ab und an aus interessanten Perspektiven und erreicht optische Effekte wie beim bibelverkaufenden Zyklopen (John Goodman). Hier schielt sie von unten auf Goodman herauf, der dadurch natürlich passend zu seiner Figur enorm an Größe gewinnt.
George Clooney führt als Ulysses (übrigens der lateinische Name für Odysseus) die geistig etwas beminderte Truppe an, stellt immerhin noch den Hellsten unter ihnen dar und hat als dreckiger, vermutlich auch stinkender Flüchtling ständig seine Haarpflege im Kopf. Seiner guten Vorstellung können sich John Turturro und Tim Blake Nelson allein mit ihren köstlich fragenden Blicken allemal anschließen.
Den einmaligen Witz charakterisiert auch dieser Coen-Film, auch wenn den beiden Brüdern diesmal nicht die große Bombe gelungen ist. Mit einem eigenwilligen Stil haben wir es auch hier wieder zu tun; jedoch mit einem auf die Zeit der Weltwirtschaftskrise getrimmten, märchenhaften und amüsanten. Die musikalische Unterstützung besitzt jedenfalls das gewisse Etwas - und das plüschige McDonald's Weihnachtsrentier von 2002 johlt bei diesen Klängen kräftig mit: "You are my sunshine, my only sunshine, you make me happy..."