Die fünf Jugendlichen Six Days [ Kathy Chow ], Tiger [ Gabriel Harrison ], Wind, Cloud und Dragon haben 1990 drei Kredithaie getötet, die den Vater von Six Days wegen ausbleibenden Rückzahlungen umbrachten. Dabei wurde Dragon von einem Polizisten ins Koma geschossen, obwohl er keine Gegenwehr gegen die Verhaftung leistete; die anderen vier kamen ins Gefängnis.
1999 kommt die anführende Six Days als letztes aus dem Knast; zusammen beschliessen die Freunde, sich in einer Woche aus HK zu verdrücken und das nötige Geld dafür bis dahin durch kriminelle Taten zusammenzuraffen. Da tritt der suspendierte Cop Vodka [ Michael Wong ] in Six Days' Leben.
Wenn dem Film überhaupt ein Ruf vorauseilt - der Bekanntheitsgrad ist nicht gerade riesig, - so ist es beileibe kein guter; "a movie of no quality" usw. machte durchaus öfters die Runde. Diesem harschen Urteil konnte zwar zuerst durchaus zugestimmt werden, aber nach einiger Zeit und etwas genauer Betrachtung muss es überraschenderweise revidiert werden.
Der wie übliche Alleingang von Regisseur, Produzent und Autor Tony Leung Hung Wah [ Return to Dark, Sound from the Dark, PTU File Death Trap ] hat zwar immer noch genug erkennbare Mängel und auch tatsächlich wenig wirkliche Qualität, kann die Schwächen aber durch genug aufgeworfenen Stoff und dessen effiziente Abhandlung in gerade mal 75min soweit ganz gut ausbügeln.
Intellektuelle Grosstaten werden dabei nicht eingebracht und der Spannungsgrad erreicht auch keine ungekannten Höhen, aber die narrative Hauptlinie wird von allen Seiten gut mit diversen Nebensträngen unterstützt, die letztlich sogar ein gemeinsames Ganzes bilden, ohne erzwungen zu wirken. Sicherlich ist einiges eher weit hergeholt, aber die Mosaiktechnik verschiedener Handlungen ist mit seinen gegenseitigen Ergänzungen recht brauchbar.
Cop Vodka trägt seinen Namen zu Recht, schüttet er doch von frühs bis spät alkoholische Getränke in sich herein, wobei er auch fahrlässig einen Kollegen im Dienst anschoss und deswegen jetzt an dem Pranger steht. Das Gefängnis wartet auf ihn; was vielleicht sogar noch ganz gut wäre, wartet doch der Bruder des Angeschossenen und ebenfalls Polizist Dick Ko [ Stephen Au ] nur auf den richtigen Moment, es dem Säufer heimzuzahlen.
Bei einer dieser Auseinandersetzungen lernen sich auch Six Days und Vodka kennen; diesmal rettet sie ihn, später er sie. Nur verteidigt er sich nur vor seinem rabiaten Kollegen, sie dagegen raubt mit ihrer Gang Taxis, Schnellrestaurants und Mahjongschulen aus; das nötige Kleingeld von angepeilten HK$ 8 Mio soll anscheinend mit kleineren, aber umso häufigeren "Jobs" verdient werden. Dabei kommen sie mit ihrem bunten Treiben allerdings mehrfach der Wanqi Miracle Sekte in die Quere, die ihre Ku Klux Klan Masken abziehen und mit unverwundbaren Körpern und Gedankenhypnose zur Gegenwehr schreiten.
Besonders der letzte Punkt gibt dem Geschehen durch die zweite, putzige Realitätsebene fast im Alleingang die gesamte Würze; dabei wird das Element noch nicht einmal gross angesprochen oder gar grossartig ausgereizt. Es entspricht nur einfach nicht dem, was man gemeinhin in diesem Setting erwartet hat; an konventionell-dramatischen Kino ist das jedenfalls nicht orientiert.
Interessanterweise fällt die ansonsten soweit ernst gehaltene Rahmenhandlung dadurch auch nicht auseinander, sondern wird einfach nur etwas bunter und demzufolge lebendiger. Das gleiche gilt für ein später addiertes "Whodunit?" Rätsel im Krimigewand: Die einleitende Straftat wird nämlich noch einmal rückwärts aufgerollt, um sowohl den wahren Mörder von Six Days' Vater als auch den Trigger happy Cop zu enttarnen.
Das rettet den ansonsten vor allem durch das ausdruckslose Gaunerquartett etwas drögen Film nicht vor dem – wenn überhaupt - purem Mittelmass auch im B – Genre, aber kann doch soweit einige Neugier erwecken und verleiht ihm seine etwas besseren Momente. Ansonsten ist die Regie nämlich wenig berauschend; die Inszenierung nicht wirklich richtig schlecht, aber sehr monoton gehalten. Ein reelles Budget ist sichtlich nicht vorhanden; deswegen fällt auch die Action weg, bzw. trägt sich nur in einigen Rangeleien und Messerstechereien aus.
Die Darsteller sind für das Genre soweit okay, obwohl ausgerechnet die beiden bekanntesten Wong und Chow weder mimische Flexibilität noch Begeisterung mitbringen; dafür erspielen Au und Jason Chu als Sektenführer bessere Leistungen.
Man hat schon recht mit der Kritik, dass man so gar nichts verpasst, wenn man den Film nicht gesehen hat; sollte er einem unterkommen, kann man allerdings ruhig mal reinschauen. Grosse Erwartungen bitte gänzlich aussen vorlassen.